LANDSCHAFT

Vita nova. 1947. Lyonel Feininger

 

Die Vogelwolke, Lyonel Feininger

Ideal Landschaft - Abstraktion

Seit Jahrhunderten beschäftigen sich die unterschiedlichsten Künstler mit der Frage, wie man eine Landschaft darstellen, malen und fotografieren kann. Dabei bildeten sich zwei große Tendenzen heraus: 1. So realistisch wie möglich, wirklichkeitsnah, die Landschaft mit Fehlern und  Verfall behaftet  oder 2. so ideal wie möglich, traumhaft, bezaubernd, wunderschön.

 

Der Dom in Halle, Lionel Feininger

Ideal Landschaft – Verfremdung

Auf der Suche nach einem Schönheitsideal entfernten sich die Maler, Bildhauer und Fotografen mehr und mehr von der Wirklichkeit, stellten ihre Figuren, Landschaften, Stillleben zunehmend abstrakt dar. Alles, was man überhaupt abbilden kann, wurde verfremdet,  stilisiert, gestreckt, gedehnt (Casa Padrino, Job Mucha,  Modigliani), oder in gedachte Formen wie Dreiecke, Kreise, Ovale eingefügt (Pablo Picasso, Oskar Schlemmer, Lyonel Feininger).

 

Speicher in Stralsund, Christoph Rosenow

Hafen Stralsund, 800x600, Fototransfer, Acryl, schwarzer Stift. Christoph Rosenow

 

Kap Arkona  / Rügen

Kap Arkona liegt 45 Meter über der Ostsee auf der der Halbinsel Wittow im Nordosten der Insel Rügen. Am Kap befinden sich zwei Leuchttürme. Im Auftrag der preußischen Regierung wurde 1826/27 der von Karl Friedrich Schinkel geplante eckigen Leuchtturm errichtet. Das daneben stehende Leuchtfeuer löste 1902 den Schinkelturm ab. Zudem befindet sich ein ehemaliger Marine-Peilturm, zwei einstige  Militärbunker, und  eine Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes am Kap. Besonders wichtig: Kap Arkona ist ein Flächendenkmal. Von dem  Burgwall der Ranen, der Jaromarsburg aus dem 12.Jahrhundert, ist nur noch ein Teilstück erhalten. Den größten Teil hat das Meer verschlungen. 

Wenn man die Natur wahrhaft liebt, so findet man es überall schön. Vincent van Gogh

Lost places

Altenkirchen / Rügen

Blütenpracht

Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben. Schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben.  Paul Gerhardt 

Nordküste / Rügen

Unendlichkeit

In ewiger Bewegung, das Meer. Mit silbernen Streifen hat sich die Wasserfläche geschmückt. Wellen kommen von ferne, überschlagen sich, zerbrechen, werden zu Gischt und leuchten hell auf. Dann laufen sie auf das Ufer zu, überziehen den dunklen Strand, laufen weit aus. Große, schillernde Blasen bleiben zurück — und zerplatzen sogleich. Auf dem nassen, spiegelglatten Sand glänzt das Licht. Gern verweile ich auf dem schmalen Grat zwischen Land und Meer, bin barfuß, spüre den nassen Sand zwischen den Zehen, sehe meinen Fußabdruck im Sand. Aber nur einen Augenblick später hat die nächste Welle ihn schon weggewischt. So stehe ich da, schweigend, umgeben vom Rauschen und der Unendlichkeit.

»Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht deine Männer zusammen, um Holz zu beschaffen und die Arbeit zu verteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.«  Antoine de Saint-Exupery

Von allen Seiten umgibst du mich, Gott, und hältst deine Hand über mir. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen. Nähme ich Flügel der Morgenröte und flöge ans äußerste Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.  Psalm 139

Lohme - Königsstuhl / Rügen

Insel Hiddensee

Hiddensee.Es ist früh am Morgen. Ich schiebe mein Fahrrad den "Dornbusch" hinauf bis zum Schild "Radfahren verboten. Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft."  An der Holzabsperrung lasse ich das Rad stehen, gehe zu Fuß weiter, am Leuchtturm vorbei - zu der dahinter liegenden Anhöhe. Zu beiden Seiten des Weges steht das Gras hoch. Ich sehe viele Kräuter, es duftet enorm. Ein leises Summen liegt über allem, Grillen zirpen. Ein Kuckuck ganz in der Nähe, iIn der Ferne Kühe...    Ich  lasse den Blick schweifen, schaue von den Swantibergen im Norden der Insel  über die Landzungen Alter und Neuer Bessin, den kleinen versteckten Ort Grieben, bis hinüber zum großen Leuchtturm. Dann geht die Sonne auf. Als rote  Kugel  überblendet sie den Horizont. Die Büsche an den Hängen werfen lange Schatten. Was für ein Panorama, was für eine   Atmosphäre!  Hiddensee, dat söte Lännecken, Traumland, das Paradies, eine Perle aus Gottes großer Hand. -  Noch eine Weile stehe ich so da - und wische mir eine Träne der Ergriffenheit aus den Augen. Dann mache ich mich auf den Weg zurück.   

Nationalpark Jasmund / Rügen

Im Jahre 1819 durchstreift Carl Gustav Carus Rügen und ist von der »Urnatur des Nordens« ergriffen. Überwältigt von der Kreideküste auf Jasmund vergleicht er diese mit einer Beethovenschen Sinfonie und beschreibt sein Erleben so: »In tiefer Dunkelheit ging ich noch heraus, um bei dem fast phosphorähnlichen Leuchten der Kreidewände, dem Brausen der See in der Tiefe zu horchen, sowie früh ich der erste war, der die Morgensonne auf diesen weißen Klippen und dann unten am Strande begrüßte. Ich wollte Studien zeichnen, aber kaum hatte ich ein paar Striche gemacht, als ich die Mappe weit wegschleuderte in der Überzeugung, hier sei jeder Strich nur eine Lästerung dieses ganz überschwänglichen Phänomens, und dann nur in höchster Bewegung dem wunderbaren Kampfe des Elements zustarrte.«  Wir befinden uns im Naturpark Jasmund. Zerklüftete, steil aus dem Meer ragende Kreidefelsen. Regen und Schneewasser haben die Kreide ausgehöhlt, tiefe Furchen eingewaschen und so bizarre Formen entstehen lassen.  Bäume, Sträucher, Wurzeln krallen sich an den Hang.  Wie Finger strecken Bäume ihre kahlen Äste zum Himmel. Tiefe Schluchten reichen fast bis zum Strand hinunter.

Sassnitz / Rügen

 “Denn nach Rügen reisen heißt nach Sassnitz reisen“, sagt Effi Briest in dem gleichnamigen Roman von Theodor Fontane.

 Sassnitz, auch Capri des Nordens genannt, ist  schön. Als Rügens Hafenstadt bietet Sassnitz zum einen das Tor zum Nationalpark Jasmund. Bis 1989 bestimmten der Fischfang, die Fischverarbeitung, der Kreideabbau und der Fährverkehr die Wirtschaft in Sassnitz. Die Fährverbindung Sassnitz - Trelleborg, die "Königslinie", hat eine über hundertjährige Tradition. Heute aber dominiert der Tourismus. Von der 1444 m langen Mole aus, der zweitlängsten Europas, bieten Fahrgastschiffe Ausflugsfahrten an. Gern laufe ich die Strandpromenade entlang, diese endet in der historischen Altstadt mit ihren verträumten Gassen, malerischen Winkeln und Villen in Bäderarchitektur. 

Dwasiden / b. Sassnitz

Die Ruinen von Schloss Dwasieden befinden sich bei Sassnitz in unmittelbarer Nähe der Ostsee. Architekt des imposanten Herrenhauses war Friedrich Hitzig, ein Schüler von Friedrich Schinkel. Die Architektur war angelehnt an die Bäderarchitektur, die für die Ostseeküste Vorpommerns prägend ist. Von dem Prachtbau existieren aufgrund der Sprengung 1948 nur noch Ruinenreste sowie der 1997 ausgebrannte Marstall. Die Reste des Ensembles befinden sich auf einer Anhöhe oberhalb der Ostsee, die unmittelbar südwestlich an den Stadthafen von Sassnitz anschließt. Der Bau des Schlosses und die Gestaltung des 102 Hektar großen Parks kosteten vier Millionen Goldmark, damals eine enorme Summe. Das Schloss war das einzige Gebäude in Norddeutschland, das aus massivem Sandstein, Granit und echtem Marmor erbaut war. 

Sagard / Rügen

Blütenzauber

Ein neues Frühjahr zu erleben, halte ich jedes Mal für eine Gnade Gottes.  Helmuth Graf von Moltke  

Binz / Rügen

Im Spätsommer. Binz, Ostseebad. Hochburg des Tourismus. Das Kurhaus an der Promenade. Hotels. Das Loew-Hotel. Bäderarchitektur, die erst in der Dunkelheit, so finde ich, richtig zur Geltung kommt. Am Tag blitzen vorn am Wasser Strandkörbe in der Sonne. Lange Wogen schäumen, glänzen im Licht.Viele Gäste bevölkern den Strand. Urlaubsatmosphäre. 

Etwa um das Jahr 1830 war's, als die ersten Gäste kamen. Binz, Sellin, Baabe waren noch winzige Fischerdörfer. Da wurden an dem herrlichen Sandstrand und dem offenen Meer erste Badehütten aufgestellt. Es folgten Damen-, Herren-, Familienbäder. 1901 waren immerhin schon 44000 Badegäste auf Rügen. Heute sorgen auf Deutschlands größter Insel reichlich 1,3 Millionen Gäste für mehr als 6 Millionen Übernachtungen.

Binz ist der größte Badeort auf der Insel Rügen. Es liegt zwischen der Bucht von Prorer Wiek und dem Schmachter See im Südosten der Insel. Nördlich von Binz erstreckt sich die Schmale Heide, eine Landzunge, die die Muttlandregion Rügen mit der Halbinsel Jasmund verbindet . Das Land südlich und östlich von Binz ist hügelig und erreicht eine Höhe von über 100 Metern über dem Meeresspiegel. Binz ist berühmt für seine charmante und gepflegte historische Bäderarchitektur und die natürliche Landschaft in der Nähe des Jasmund-Nationalparks und seiner Kreidefelsen.

Betrachte die ganze Natur, wovon du nur ein winziges Stücklein bist, und das ganze Zeitmaß von welchem nur ein kurzer und kleiner Abschnitt dir zugewiesen ist, und das Schicksal, wovon das deinige nur ein Bruchteil bildet.  Mark Aurel

Prora / Rügen

Alter Friedhof Altenkirchen / Rügen

Lietzow / Rügen

Pansevitz / Rügen

Boldevitz / Rügen

Jagdschloss Granitz / Rügen

Am Saum des Meeres

Wenn man die Natur wahrhaft liebt, so findet man es überall schön.  Vincent van Gogh

Schmacht / Rügen

Granitz / Rügen

Lancken-Granitz / Rügen

Sellin / Rügen

Neu Reddevitz / Rügen

Friedhof Lancken-Granitz / Rügen

Baabe / Rügen

Göhren / Rügen

Alt Reddevitz / Rügen

Middelhagen / Rügen

Blechgarage / Baabe

Groß Zicker / Rügen

Am späten Abend wandere ich am Hochufer entlang, über den schwarz braunen, hart gefrorenen Boden. Das Eis unterhalb der Wasserfläche glänzt bläulich weiß. Und dann das! Eisaufschub, aber wie! Was für ein Naturschauspiel! Eine Möwe schreit, ein Eisvogel. Sonst Stille. Ein zarter Schleier steigt vom Meer her auf. Die Farben wechseln: Gelb, rot, violett, ein zauberhaftes Spiel.   Schnell wird es dunkel. Eine Boje schaltet ein und aus. In der Ferne die Lichter von Klein Zicker. Dahinter, blinkend, der Leuchtturm der Greifswalder Oie.      

"Ich danke dir, Schöpfer und Herr, dass du mir diese Freude an deiner Schöpfung, das Entzücken über die Werke deiner Hände geschenkt hast. Ich habe die Herrlichkeit deiner Werke den Menschen kundgetan, so weit mein endlicher Geist deine Unendlichkeit zu fassen vermochte."  Johannes Keppler, Astronom

Klein Zicker Rügen

Putbus / Rügen

Putbus liegt an der Südostküste der Insel Rügen im Biosphärenreservat Südost-Rügen. Die Stadt ist der älteste Badeort der Insel und wurde 1810 von Fürst Wilhelm Malte zu Putbus  im klassizistischen Stil erbaut. Man nennt Putbus wegen seiner weiß gestrichenen Häuser „Weiße Stadt“, wegen der vielen Rosenstöcke vor einzelnen Gebäuden aber auch „Rosenstadt“.  In der Nähe des Waldes von Goor baute Fürst Malte den ersten Badeort der Insel. Die Insel Vilm im Greifswalder Bodden gehört ebenfalls zu Putbus.

Vorraum Kirche Lancken-Granitz / Rügen

Süd Rügen

Insel Vilm

Garz / Rügen

Darß

Bergwitz

Blätter im Herbst

Architektur / Stralsund

Breitenfeld

Chemnitz

Stralsund

Nordküste / Rügen

Ich stehe am Hang. Ein warmer Wind weht vom Meer herüber. Es ist spät am Abend.

Eine diesig-graue Wolkenwand hat sich vor die Sonne geschoben, verdeckt den Sonnenball ganz. Aber da brechen Sonnenstrahlen durch die Wolken und fallen als schimmernde Streifen auf die weite Wasserfläche, berühren sie sanft. Das Meer liegt ruhig, leicht gekräuselt. Jede kleine silbergraue Welle funkelt, spiegelt, reflektiert nun das Licht zurück. Die ganze Welt scheint in einen warmen, rosigen Schimmer getaucht. Ob die Sonne noch einmal glühend rot hervortreten wird, bevor sie dann endgültig hinter dem Horizont versinkt? Und dann wird das Licht verloschen sein. Es wird kühler werden. Mond und Sterne treten deutlicher hervor, dazu die weißen, roten und grünen Positionslaternen der Schiffe —in immer gleichen Intervallen über das Wasser streicht. Zauber der Schöpfung. Der Gesang des Ewigen.