IDEAL FIGUR

Ideal Figur – Ideal

 Ein Ideal ist eine angestrebte Idee, eine Vision, ein Leitbild,  das nur in der Vorstellung vorhanden ist. Es gibt das Schönheitsideal, das künstlerische Ideal, das jugendliche. Wir sprechen von einem idealen Ferienort, einem Idealgewicht, dem idealen Wetter,  der idealen Figur. Dann gilt z.B. ein Modell als vollkommen, formvollendet, perfekt, makellos, unübertrefflich, es  steht in höchster Blüte und verkörpert geradezu das Ideal von Schönheit, Unschuld und Reinheit. Von einem solchen Ideal schwärmen und  träumen wir, wir  bewundern es, wir beten es an.

      „Teure Josephine, Sie sind mir das Ideal einer Frau.“  Fontane Wuthenow 

 

Kopf,  Amadeo Modigliani 

Ideal Figur –  Das Gesicht

 Das Gesicht des Menschen, auch als Angesicht oder Antlitz bezeichnet, ist das zentrale Thema in der bildenden Kunst und der Fotografie. Man unterscheidet zwischen fünf verschiedenen Grundformen: oval, rund, quadratisch, herzförmig und trapezförmig. Obwohl beide Gesichtshälften eines Menschen immer unterschiedlich sind, ist die Symmetrie eines Gesichts das Merkmal für Schönheit. Ebenso spielt der Goldene Schnitt  eine gewichtige Rolle bei der ästhetischen Bewertung des Gesichtes. Die Augen sind der Zugang zur Seele. Erst der Lichtpunkt in der Pupille macht den Blick. Die Lippen sind das individuelle Element des Gesichts, es gibt viele unterschiedliche Formen, schmale, zusammen gekniffene, üppige Lippen.  Der vertikale Abstand zwischen Augen und Mund von 36 % der Gesichtslänge und ein horizontaler Abstand zwischen den Augen von 46 % der Gesichtsbreite gelten als ideal. Große Augen, eine eher kleine, gerade, aber verlängerte Nase, leicht geöffnete und nach außen gewölbte Lippen werden weithin als besonders schön empfunden..   

     "Schönheit fängt mit Staunen an."  Anke Maggauer-Kirsche (*1948) 

Kopf im Profil, Amadeo Modigliani

 

Kopf eines jungen Mädchens, 1920, Ossip Zadkine

 

Strukturen. Aquarell, Bleistift. 1998.  Christoph Rosenow

 

Ideal Figur - Real und ideal

Seit Urzeiten sind Menschen fasziniert von körperlicher Schönheit und Vollkommenheit. Adam und Eva - das war das Paradies, das war Gottes Ebenbildlichkeit, das war der Himmel auf Erden. Dabei beschäftigte die Bildhauer, die Maler die eine große oft lebenslange, quälende Frage: Kann man das Antlitz eines  Menschen, einen makellosen Körper überhaupt in einem Bild, einer Plastik, einer Skulptur festhalten - für Zeit und Ewigkeit? Und wenn ja, wie? Die Geschichte der Kunst beweist, dass sie sehr verschiedene Wege gingen und mit unterschiedlichsten Stilen und Methoden experimentierten. Die einen zeigten den Menschen so realistisch wie möglich, mit Fehlern und  Alterungsmerkmalen behaftet (Albrecht Dürer, Käthe Kollwitz) – die anderen entfernten sich mehr und mehr von der realen, oft harten Wirklichkeit und bildeten den Menschen so ideal wie möglich ab, der Jüngling, der Mann, vor allem das Mädchen, die Frau vollkommen und makellos, (Raffael, Tizian, Gauguin).

         "Es sind Smaragde die uns zeigen was schön ist."  Rose Schlampenreich

 

Ideal Figur - Nur ein Traum

Seit Urzeiten versuchen Menschen, den jeweils vorherrschenden Schönheitsvorstellungen zu entsprechen. Dazu wurde der Körper drastisch verändert, Zähne zugefeilt, Füße eingeschnürt, Korsette getragen Schönheitsoperationen durchgeführt. Bis heute setzen sich Menschen unter Druck, leiden, hungern sich auf die Größe 34 oder 36 herunter, bilden Minderwertigkeitsgefühle aus – nur um als schön zu gelten, um aufzufallen, um beachtet zu werden. Freilich wird die perfekte Schönheit so nie erreicht, denn zu unserer Wirklichkeit gehört immer auch das Unschöne, das Unvollkommene. Um so mehr gilt, ein Ideal sollte immer das bleiben, was es ist, ein Traum, die absichtlich verzerrte, beschönigende Darstellung eines Gesichtes, der Gliedmaße eines Menschen. Die wurden dann aber auch zu allen Zeiten bewundert und bestaunt. 

   "Es stand in aller Schönheit Pracht ein junges Mädchen da."  Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832) 

 

Ideal Figur - Der Körper als Kunstprodukt

Spätestens seit der berühmten Anekdote vom Bild der schönen Helena gilt körperliche Schönheit als ein Kunstprodukt. Für sein Bildnis der Helena soll der griechische Maler Zeuxis die fünf hervorragendsten Jungfrauen ausgewählt und von jedem Modell den jeweils schönsten Körperteil gemalt haben. …Naturalistische Körperbilder wie Tizians Venus von Urbino (1538) waren das Ergebnis komplizierter Bildkonstruktionen. 

              "Vor der Anmut und Reinheit wahrer Schönheit senkt der Betrachter den Blick, ohne ihn abwenden zu können."  Ekkehart Mittelberg (*1938) 

 

Ohne Titel ( Vier Figuren), 1935,  Lyonel Feininger 

Ideal Figur - Lyonel Feininger

Feininger zeichnet Windmühlen, Brücken, Schiffe, den Strand und Badende. Dabei entwickelte er einen sehr markanten Malstil. Feine zittrige Linien, meist aber präzise gerade Linien, oft in dichten Parallellagen kennzeichnen seine Bilder, die geprägt sind von einer klaren abstrahierenden Geometrie. Das emotionale Seherlebnis, die Vision,  spielte für ihn eine große Rolle. Im Prozess der künstlerischen Gestaltung schob er die Erlebnis-Wirklichkeit vor die oft traurige und mit allem Unsympathischen behaftete „wirkliche Wirklichkeit“, d.h. er abstrahierte seine Objekte und überhöhte sie gestalterisch. Bei seiner Suche nach Formen, nach Ordnungsprinzipien ging Feininger davon aus, dass es nichts Zufälliges, nichts ohne Form und Rhythmus geben kann.  

     „Das Gesehene muss innerlich umgeformt und crystallisiert werden…“   

 

Idel Figur - Der Zeichenkurs

Er stellt sich, setzt sich, legt sich der Länge nach auf den Boden. Der Dozent, der künstlerische Leiter des Seminars, geht von Staffelei zu Staffelei und  schaut sich die Skizzen an, hilft, regt an, korrigiert. Er beschreibt die Symmetrie des männlichen Körpers, das Knochengerüst, Muskeln und Sehnen, die für einen Mann typischen breiten Schultern, den eckigen Oberkörper, den Bizeps, Sehnen, Gelenke, Ellenbogen, die Knie, das Becken. „In der griechischen Klassik gab es verschiedene männliche Typen, einerseits den jugendlichen Athleten, wie er im Extrem von Herkules oder auch vom Kriegsgott Ares/Mars verkörpert wird, aber auch ätherische, feine Typen, wie man sie in Bildnissen des Apollon oder des jugendlichen Ganymed darstellte. 

        "Nackte Jugend verzaubert."  Martin Gerhard Reisenberg

 

Sitzender männlicher Akt, Egon Schiele  

 

Emotion in Weiß   

 Ideal Figur – Abstrakt

Im Laufe der Zeit stellten die unterschiedlichsten Künstler ihre Figuren und Gestalten zunehmend abstrakt dar. Die Nase wurde begradigt (Renaissance), die Brust so flach wie möglich gehalten (Romanik), der Körper gerundet (Peter Paul Rubens), der Kopf zweidimensional dargestellt (Pablo Picasso), Genau genommen wurde nicht nur die menschliche Figur, sondern die ganze Wirklichkeit stilisiert, gestreckt und gedehnt (Casa Padrino, Job Mucha,  Modigliani) oder in gedachte Formen wie Dreiecke, Kreise, Ovale eingefügt (Oskar Schlemmer, Lyonel Feininger).   

     "Alles an dir ist schön, meine Freundin;  kein Makel haftet dir an."  Hohelied, Hdl 4,7

  

Ideal Figur – Körpermaße

Unter Künstlern, Fotografen und Designern gilt ein Mädchen als schön und attraktiv, wenn der Brust-, Taillen- und Hüftumfang 90 – 60 -  90 beträgt. Von einigen Agenturen wird eine extrem schmale Figur, ein Brust- und Hüftumfang deutlich unter 90 Zentimetern bevorzugt. Perfektes Alter 14 bis 16 Jahre. Gewicht zwischen 45 und 55 Kilogramm. Größe 1,75 bis 1,80 Meter. Traumfigur: Hochgewachsen, schmal, feingliedrig. Der Körper unbehaart. Glatte straffe Haut. Auffallende Augen. Gewölbte, leicht geöffnete Lippen. Ein langer Hals. Eckige und doch gerundete Schultern. Sich deutlich unter der Haut abzeichnende Wangenknochen, Schulterblätter, Schlüsselbein, Rippen und  Beckenknochen. Eine noch mädchenhafte flache, gehobene Brust. Schmale Arme. Lange feingliedrige Hände und Finger. Ein flacher glatter Bauch, ein leicht gewölbter Venushügel. Besonders lange dünne Beine, Knie und Knöchel auffallend und markant. Schmale Füße.  

     "Vor der Anmut und Reinheit wahrer Schönheit senkt der Betrachter den Blick, ohne ihn abwenden zu können."  Ekkehart Mittelberg (*1938) 

 

Mädchen, die Beine ausgestreckt. Bleistift laviert. Christoph Rosenow

 

 Ideal Figur – Die nackte Venus

Künstler, Maler, Bildhauer rückten mehr und mehr den idealen Körper in den Blick (Leonardo da Vinci „Der vitruvianische Mensch“).  Die nackte Venus gleitet auf einer Muschel dahin (Sandro Boticelli „Die Geburt der Venus“).  Menschliche Gestalten winden sich schlangenartig mit überlangen und verdrehten Körpern nach oben (Giovanni da Bologna „Raub der Sabinerin“)." 

            "Einzig bist du meine Taube, du Makellose. Erblicken dich die Mädchen, preisen sie dich. Eine Palme ist dein Wuchs, deine Arme und Beine sind lang, deine Brüste wie Trauben, wie die Zwillinge einer Gazelle. Wie schön bist du und wie reizend!"  Hohelied, Hdl 7,8

 

Mädchen seitlich aufgestützt. Collage, Bildtransfer. Christoph Rosenow 

 

Ideal Figur –  FKK

Es ist ein sonniger, warmer Tag. Der Strand hat sich bevölkert, Kinder, junge und alte, große und kleine, braun gebrannte und blasse, nackte Körper, Bäuche, Brüste, Arme, Beine, alles läuft und bewegt sich unbefangen hier am Strand. Da taucht eine Familie auf. Die Eltern, ein Junge und zwei Mädchen legen eine Decke, den Windschutz, ihre Kleidung ab, schauen sich um, dehnen und strecken sich, „atmen“ das Licht, die Luft, das Meer. „Geht ihr mit ins Wasser?“ Alle laufen in die Wellen hinein, bespritzen sich, tauchen unter und - gehen hinüber zum Volleyball. Dort spielen sie unbefangen mit anderen Männern und  Frauen, die ebenso nackt sind wie sie, lachen, springen hoch, stoßen sich, berühren sich, fallen in den Sand. Und jeder weiß, dass die hier sichtbare Freiheit nichts mit Sexualität zu tun hat und es darum auch keine Schamgefühle geben kann. In einer solchen freien, freizügigen Umgebung findet ein Maler, ein Fotograf sein Modell leichter als anderswo.   

    "Es hat mir gefallen, ein Mädchen zu nehmen, das nicht errötet, wenn es mich den Pinsel zur Hand nehmen sieht."  Peter Paul Rubens (1577 - 1640) 

 

 Idel Figur - Transparenz

Schon in der Antike meißelten Bildhauer Marmorskulpturen, die unter Gewändern die Hüften, die Knie, die Brustspitzen erahnen ließen. In der altägyptischen Kultur wurden die weibliche Körperform mit zarten Schultern,

gedehnter flacher Brust, mit schmaler nach oben verlagerter Taille und langgezogener Hüftpartie unter eng anliegenden feinsten durchsichtigen Stoffen betont. Seit den Goldenen Zwanzigern tragen Mädchen selbstbewusst durchsichtige Blusen mit floralen Stickereien und netzartige T-Shirts, ein Modetrend, der auf den ersten Blick untragbar und abgehoben scheint, richtig gestylt aber längst alltagsfähig ist.   " Mädchen von heute ziehen Hosen an, um wie Jungs auszusehen, und durchsichtige Blusen, um zu beweisen, dass sie keine sind."  Heinz Drache         

 

Nackte Blaue, Henri Matisse

 

Lilie. Farblithographie. Bruni Bruni

Ideal Figur – Bruno Bruni

Bruni, geb. 1935 hat sich mit seinen figurativen Motiven als Zeichner, Lithograf, Maler und Plastiker schon in den 70er Jahren international einen Namen gemacht. Bruni bemühte sich, mit seinen Bildern die Spannung zwischen italienischer künstlerischer Tradition auf der einen Seite und dem Surrealismus und abstrakten Expressionismus andererseits umzusetzen. Nach 1962 studierte er bei Paul Wunderlich, der ihn die Technik der polychromen Lithografie lehrte.   

          "Wie goldene hohe Säulen sind schlanke Beine auf wohlgeformten Füßen." Jesus Sirach    

 

Idel Figur – Accessoires

Er betrachtet das Mädchen: Hochgewachsen, dünn und schmal, mit langen Armen und Beinen, feingliedrigen Fingern, noch kindlich flacher Brust steht es ihm gegenüber. Er überlegt - und fängt an, ihm schmale und breite Ringe auf die Finger zu stecken. Dann kniet er sich und legt ihm Kettchen um die Fußknöchel und erklärt: „Beigaben sind sehr wichtig, in der Mode, eigentlich überall!“ .Er zeigt ihm Schmuck, einige Accessoires, zieht dem Mädchen eine transparente Bluse mit floralen Stickereien an, knöpft die Bluse wieder auf, legt ihm eine Perlenkette um den Hals. Die Perlen glänzen geheimnisvoll und werfen im Dekolleté, in der Vertiefung zwischen beiden Brüsten, kleine Schatten. Dann nimmt er dem Mädchen die Kette wieder ab und sagt: “Weniger ist mehr.“  Schließlich fotografiert er es mit einem Handtuch auf der Schulter. 

           "Ihr lasst um jede Attitüde ein weiß gewaschnes Hemdchen wehn, denn um die Schönheit nackt zu sehn, sind eure Seelen viel zu prüde!"  Arno Holz (1863 - 1929)

 

Thalmaray, Michael Parkes 

 

Ideal Figur IV, Aquarell. 1997.  Christoph Rosenow

 

Anna Akhmatova, Amedeo Modigliani  

Ideal Figur – Amadeo Modigliani

Die Portraits und Akte Modiglianis, seine einzigen Bildthemen, drücken mit ihrer stilisierten und gelängerten Formensprache eine melancholistisch-lyrische Stimmung aus. Seinen Stil beeinflusste die vorkubistische Malerei von Picasso, Matisse und Touluse-Lautrec. Die Linie gewinnt später weiter an Bedeutung, seine Gesichter stilisiert er zunehmend. Zu bildhauerischer Arbeit kam er unter dem Einfluss afrikanischer Skulpturen, mit denen er ein Idealvolumen erreichen wollte.  „Wenn ich deine Seele kenne, male ich deine Augen.“   Amadeo Modigliani

 

Ideas, Wifredo Lam 

 

Beethovenfries, Gustav Klimt 

Ideal Figur – Gustav Klimt

Die Hingabe an den Stoff und zugleich seine Meisterung – machen Klimt zu einem Künder der weiblichen Schönheit; tausende von Zeichnungen erzählen, wie tiefernst es ihm um diesen Kult zu tun war  

   …Die Zeichnungen,  von einer sinnlich gefühldurchzitterten Geschmeidigkeit bestimmt, sind in der ganzen Kunst von heute ohnegleichen. Oft werden die schlangenhaft gedrehten Figuren durch fließende Umrisslinien betont. Unaufzählbar viele Farben und Farbenklänge strahlen Milliarden Blüten zugleich mit linden oder scharfen, süßen oder herben Düften aus.“    

 

 Ideal Figur – Die Perspektive 

Das Model hat sich bäuchlings in den Sand gelegt und sein Gesicht auf die Arme legt. Den Anweisungen des Fotografen folgend, hebt es nun seinen Oberkörper an, stützt sich auf die Hände, Schlüsselbein und Schultern stechen nach oben. Nun zieht es die Schultern bis zur Schmerzgrenze nach hinten, drückt seinen Oberkörper durch, die Brust dehnt sich nach vorn. Es hat den Mund öffnet  und atmet tief. Die lang gestreckten Arme, die angewinkelten Beine, der Abschnitt vom Knie  bis zur Fußspitze, der durchgebogene Oberkörper und die abgeflachte Brust ergeben faszinierende  lange gerade und gebogene Linien. Eilig  sucht er die beste Perspektive, den aufregendsten Blickwinkel, fotografiert aus allen Richtungen, aus der Frosch- und aus der Vogelperspektive, aber fotografiert so, dass er die Schamgrenze, die Würde de Modells nicht verletzt.. 

       " Das Auge erfasst die Form, die vom Geist mit Schönheit geschmückt wird."  Harald Gebert (*1951)

 

Mädchen  nach vorn aufgestützt. Farbstift.  Christoph Rosenow  

 

Ideal Figur – Weitwinkel

 In der Fotografie wird gern das „Kunstobjektiv“, das Weitwinkelobjektiv verwendet. Das Besondere: Es hat einen Bildwinkel, der größer ist als der von Normalobjektiven. Die dadurch entstehenden stürzenden Linien werden ganz bewusst für die Bildkomposition genutzt. Wer ein solches Objektiv verwendet und dazu die Blende so weit wie möglich schließt, um die größtmögliche Tiefenschärfe zu erreichen, lässt sich ganz bewusst auf eine neue Blickweise ein. Alles wirkt so weit, so tief, so lang gezogen, so aufregend schön! Eine Straße etwa, die auf den Horizont zu verläuft, erscheint sehr viel länger und weiter, als sie es in Wahrheit ist. Wenn beispielsweise ein Model seine Gliedmaßen direkt in die Kamera hält und seinen Körper dem Fotografen so weit wie möglich entgegen streckt, kommt das Weitwinkelobjektiv erst richtig zur Geltung, Arme oder Beine wirken gedehnt, überlang,. Die ganze Gestalt wirkt von vorn nach hinten verjüngt.  

          "Blind sind alle, die alles sehen und sich der Schönheit nicht gewahr werden!"   Thomas S. Lutter (*1962)

 

In Bewegung III,  Collage, Bildtransfer 560x250, 2019  Christoph Rosenow 

 

Haltungsskizze. Bleistift laviert. Christoph Rosenow 

 

Nike. 1977. Paul Wunderlich

Ideal Figur – Paul Wunderlich

Paul Wunderlich, geb. 1927, Maler, Grafiker und Bildhauer gilt als wichtigster Vertreter des Phantastischen Realismus und gehörte wie kaum ein anderer Kunstschaffender unserer Zeit zu den stilbildenden Künstlern der Moderne.

In seinen neusurrealistischen Gemälden, Lithografien und Skulpturen beschäftigte er sich überwiegend mit den Themen Eros und Tod. Dabei bezog er sich häufig auf die Mythologie und ließ sich von verschiedenen Kunstrichtungen wie dem Art Deco, Salvador Dali und dem Jugendstil sowie von klassischen Künstlern wie Dürer inspirieren. Wunderlich experimentierte viel. Er lässt sich von fotografischen Vorlagen inspirieren, malt Gemälde mit der Spritzpistole und Schablonen, beginnt plastisch zu arbeiten.   

       "Wenn ich, Augenlust zu finden, ein schönes Mädchen sehe, möcht' ich lauter Auge sein." Gotthold Ephraim Lessing