Fotografie Ideal Figur

Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Thukydides

Schönheitsideal

Seit Jahrhunderten beschäftigen sich die unterschiedlichsten Künstler, Maler, Bildhauer, Fotografen mit der Frage, wie man den menschlichen Körper darstellen, zeigen, malen und fotografieren kann. Dazu wird der Körper bis heute in seiner äußeren Erscheinung studiert: Was  geschieht mit Knochen, Muskeln, Gelenken und Bändern? Wie verändern sich der Rumpf, die Glieder mit einer bestimmten Haltung, einer Bewegung, einer Drehung, einer Streckung?

 Dabei bildete sich eine Vielzahl an künstlerischen Stilrichtungen heraus. In bestimmten Epochen dominierte in der Malerei, in der Bildhauerei und in der Fotografie das männliche Ideal (körperliche Kraft und Schönheit), zu anderen Zeiten das Ideal der Frau (Zartheit, grazile Schönheit). Gesicht, Körper, Gliedmaße werden bis heute realistisch oder abstrakt, oftmals idealisiert dargestellt. Dazu verfremdete, beschönigte man die Körper, rundete sie, überdehnte und streckte sie.   

Haltungsskizze. Bleistift aquarelliert.  Christoph Rosenow

Schönheitsideal – Zwang und Leiden

Seit Urzeiten setzen Menschen die unterschiedlichsten Mittel ein, um den jeweils vorherrschenden Schönheitsvorstellungen zu entsprechen. Da wurde der Körper drastisch verändert, Zähne zugefeilt, der Hals durch Messingringe scheinbar verlängert, Füße eingeschnürt und verkrüppelt.  In Europa führte das Tragen von Korsetten zu Deformierungen der Rippen und des Brustkorbs. Schönheitsoperationen, Brust- und Poimplantate, sowie das Einspritzen von Botox  im Gesicht taten das Übrige.

 Bis heute setzen sich Menschen unter Druck, sie leiden, sie hungern sich auf eine Größe 34 oder 36 herunter, sie verkrampfen sich, bilden Minderwertigkeitsgefühle aus – nur um in den Augen anderer schön zu sein, aufzufallen, anerkannt und beachtet zu werden und - einer gewissen Diskriminierung, die oftmals die trifft, die dem allgemeinen Schönheitsideal nicht entsprechen, zu entgehen.

Freilich wird die absolute Schönheit, Vollkommenheit auf diese Weise nie erreicht, denn zu unserer Wirklichkeit gehört immer auch das Unschöne, das Unvollkommene.

Um so mehr gilt: Ein Ideal sollte immer das bleiben, was es ist, ein Traum, eine unerreichbar ideale, d.h. absichtlich verzerrte, beschönigende und harmonische Darstellung einer Landschaft, einer Architektur, eines Ornamentes, eines Gesichtes, eines Körpers, der Gliedmaße eines Menschen. Die wurden dann aber auch zu Recht in allen Zeiten bestaunt und bewundert. 

Körperhaltung. Bleistift laviert.  Christoph Rosenow

Schönheitsideal - Aktzeichnen

 Das  Aktzeichnen z.B. ist ein figürliches Naturstudium, um die Proportionen und die Anatomie der menschlichen Gestalt kennenzulernen und künstlerisch umzusetzen. Dabei werden die Teile des Körpers in ihrem Aufbau, ihrer Funktion und ihrer räumlichen Ausdehnung betrachtet und der körperlichen Gesamtgebärde untergeordnet. Da jeder Mensch anders ist, gibt es keine starren Größenverhältnisse, doch ist die Kenntnis einer idealen Proportionslehre dienlich. Hüftregion und Brustkorb sind konstante Formen und können sich in ihrer Lage zueinander durch Beugung und Bewegung stark verändern. Die Skelettformen sind dabei wichtiger als die Muskulatur,  so dass es oft von Nutzen ist, stark vereinfachte Knochen als gerade Striche in die Umrisse einzuzeichnen, damit die Mechanik des Körpers verstanden wird.

Amadeo Modigliani

Schönheitsideal - Aus der Erinnerung

Zu mehr Beobachtungsfähigkeit führt es, das Modell nur kurz zu studieren und dann ohne weitere Betrachtung zu skizzieren. Ein Malen aus der Vorstellung heraus, ganz ohne Modell, ist vor allem für Fortgeschrittene wichtig, die damit ihre innere Anschauung und Kenntnis der Proportionen überprüfen können.  

Es gibt nichts Natürlicheres als die Nacktheit. Aber nur für die, die natürlich blieben. Erhard Blanck

Schönheitsideal - Maße­

Es gab Epochen, in denen „barocke“ und füllige Formen modern waren, während zu anderen Zeiten ein eher schlankes Ideal bevorzugt wurde. Idealmaße schwanken: Gilt heute bei Models ein Taillenumfang von 60 als ideal, so durften es zu Zeiten der Wespentaille allerhöchstens 54 cm sein.

Für das Gelingen einer Aktzeichnung etwa sind die Messpunkte der Öffnung des Gehörs, Schultergelenk, Ellenbogengelenk, Hüftgelenk, Kniegelenk und Sprunggelenk wichtig. Der Schwerpunkt befindet sich zwischen dem ersten und zweiten Kreuzbeinwirbel. In der Profilansicht knickt der Oberkörper gegen das Becken mit einem flachen stumpfen Winkel nach vorne und hinten ab. Hüftregion und Brustkorb sind konstante Formen und können sich in ihrer Lage zueinander durch Beugung und Bewegung stark verändern.   Entscheidend ist das proportional korrekte Abbilden von Händen und Füßen. In der Regel reicht die Hand vom Kinn etwa bis zum Haaransatz. Der Fuß ist ungefähr so lang wie der Unterarm ohne die Hand.  Auch gibt es Hinweise, dass der Goldene Schnitt bei der ästhetischen Bewertung beispielsweise eines Gesichtes eine Rolle spielt. So seien ein vertikaler Abstand zwischen Augen und Mund von 36 % der Gesichtslänge und ein horizontaler Abstand zwischen den Augen von 46 % der Gesichtsbreite ideal. 

Akt. Aquarell 349x500. Christoph Rosenow

Bewegung. Farbstift. Christoph Rosenow

Schönheitsideal – Streckung

 Seit Urzeiten sehnen sich Menschen nach Fehlerlosigkeit, nach Vollkommenheit, nach absoluter Schönheit. Um dieser Sehnsucht Ausdruck zu verleihen, suchten sie nach Abbildern und Vorbildern– suchten nach einem künstlerischen Stil. Zur Zeit des Barock etwa wurden die Gestalten, der Körper gerundet (Peter Paul Rubens).  Im frühen Mittelalter hingegen, im Jugendstil (Casa Padrino, Job Mucha), auch in der Neuzeit (Modigliani, Kareem Iliya) fanden Künstler, Maler und Bildhauer ihren je eigenen Stil, indem sie Figuren und Gestalten stilisierten, streckten, dehnten, in die Länge zogen oder aber in gedachte Formen wie Dreiecke, Kreise, Ovale einfügten (Oskar Schlemmer, Lyonel Feininger).

In der Fotografie erreichte man das, in dem man das „Kunstobjektiv“, das Weitwinkel-Objektiv benutzte. Die Bilder dann z.B. mit Photoshop zu bearbeiten, war nicht nur legal, sondern geradezu erforderlich.

Der Maler malt eigentlich mit dem Auge: Seine Kunst ist die Kunst, regelmäßig und schön zu sehen.  Novalis

Amadeo Modigliani

Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unseren Kleidern.    Heinrich Heine 

Mädchen mit Perlenkette. Bleistift laviert.  Christoph Rosenow

Haltungsskizze II. Bleistift .  Christoph Rosenow

Jurisprudence, Gustav Klimt

Schönheitsideal - Ikonen

Manche Schönheitsikonen vergangener Zeiten, wie beispielsweise die Venus von Milo oder Raffaels Madonnen werden auch von heutigen Menschen als schön und nachahmenswert empfunden.

Altägyptische Kultur:  Es gab kunstvoll gearbeiteten Schmuck und feinste durchsichtige Stoffe, die die Körperformen durchschimmern ließen. Nofretete bedeutete: „Die Schöne ist gekommen“. Ihre berühmte Büste wirkt erstaunlich lebensecht. Die Gesichtszüge sind harmonisch, die Augen ausdrucksvoll, der Mund voll und sinnlich, der Hals auffällig lang und anmutig. Ihr Körper zeigt ausgeprägte weibliche Kurven bei eher kleinem Busen.

Griechische Klassik: An Statuen wie der Venus von Milo wird ersichtlich, dass der ideale Frauenkörper harmonische Proportionen hatte, eher kleine aber feste Brüste, dazu ein wohl geformtes Becken. An männlichen Idealfiguren gab es verschiedene Typen: Einerseits den jugendlichen Athleten, aber auch fein gearbeitete Skulpturen wie die des Apollon. 

Linien und Strukturen. Aquarell.  Christoph Rosenow

Überaus entzückend ist in der antiken Skulptur die Stellung der drei nackten Grazien. Ich werde Ihnen das mal vormachen. Johann Georg August Galletti

Portrait M.  Aquarell. Christoph Rosenow

Wenn wir schön sind, sind wir ungeputzt am schönsten. Jeder Mensch trägt einen Zauber im Gesicht; irgendeinem gefällt er. Christian Friedrich Hebbel 

Haltungsstudie.  Aquarell.  Christoph Rosenow

Schönheitsideal - Ikonen

Manche Schönheitsikonen vergangener Zeiten, wie beispielsweise die Venus von Milo oder Raffaels Madonnen werden auch von heutigen Menschen als schön und nachahmenswert empfunden.

Altägyptische Kultur: Es gab kunstvoll gearbeiteten Schmuck und feinste durchsichtige Stoffe, die die Körperformen durchschimmern ließen. Nofretete bedeutete: „Die Schöne ist gekommen“. Ihre berühmte Büste wirkt erstaunlich lebensecht. Die Gesichtszüge sind harmonisch, die Augen ausdrucksvoll, der Mund voll und sinnlich, der Hals auffällig lang und anmutig. Ihr Körper zeigt ausgeprägte weibliche Kurven bei eher kleinem Busen.

Griechische Klassik: An Statuen wie der Venus von Milo wird ersichtlich, dass der ideale Frauenkörper harmonische Proportionen hatte, eher kleine aber feste Brüste, dazu ein wohl geformtes Becken. An männlichen Idealfiguren gab es verschiedene Typen: Einerseits den jugendlichen Athleten, aber auch fein gearbeitete Skulpturen wie die des Apollon. 

Spiegelung II. Collage, Bildtransfer Acryl .  Christoph Rosenow

Figurenplan 3,  Oskar Schlemmer

Zeichnen ist die Kunst, Striche spazieren zuführen.   Paul Klee

Weitwinkel

In der Fotografie wird gern ein „Kunstobjektiv“, das Weitwinkelobjektiv verwendet: Das Besondere: Es hat einen Bildwinkel, der größer ist als der von Normalobjektiven. Die dadurch entstehenden stürzenden Linien werden ganz bewusst für die Bildkomposition genutzt. Indem Fotografen ein solches Objektiv verwenden, lassen sie sich auf eine neue Blickweise ein: Alles wirkt so atemberaubend weit, so tief, so gestreckt, solang gezogen! Ein Weitwinkelobjektiv ist  für alles verwendbar, egal ob für Landschaftsfotografie, Porträt, Akt oder einfach nur für den Schnappschuss zwischendurch.  

Bewegungsskizze.  Tusche.  Christoph Rosenow

Knieende am Strand , Öl   Christoph Rosenow

Mädchen knieend, nach unten gebeugt. Aquarell.  Christoph Rosenow

Die Kunst, sich gut zu kleiden, ist schwer. Die Kunst, nackt zu sein, schwerer.

Carl Hagemann 

Wenn wir schön sind, sind wir ungeputzt am schönsten. Christian Friedrich Hebbel

Stehst du vollends da wie Aphrodite auf dem Ida, dann strahlen mir tausend bisher verborgene Schönheiten in die Augen. Flavius Philostratos 

Doch einzig ist meine Taube, die Makellose... Erblicken sie die Mädchen, sie preisen sie;  Königinnen und Nebenfrauen rühmen sie.

Bibel, Hohelied

Odalisque , Jean Auguste Dominique Ingres 

Amadeo Modigliani

Ohne Titel. Öl.  Christoph Rosenow

Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde. Friedrich Nietzsche

Tanzende. Aquarell.  Christoph Rosenow

Stehst du vollends da wie Aphrodite auf dem Ida, dann strahlen mir tausend bisher verborgene Schönheiten in die Augen.  Flavius Philostratos

Wer sich gegen das Nackte empört, weil es nackt ist, zeigt, dass er aus dem Paradies der Schönheit vertrieben ist. Peter Siriusaa

Ohne Titel. Aquarell.  Christoph Rosenow

Es sind Smaragde die uns zeigen was schön ist. Rose Schlampenreich

Medizin, Gustav Klimt

Hope, Gustav Klimt

Haltungsskizze, Farbstift.  Christoph Rosenow

Auch der Idealist malt die Venus nackt, aber der Naturalist entkleidet sie selbst ihrer Schönheit. Emanuel Wertheimer 

Bewegungsskizze. Aquarell.  Christoph Rosenow

Nacktheit ist Wahrhaftigkeit. Klaus Ender

Tänzerin,  Oskar Schlemmer

Schön bist du, meine Freundin, / ja, du bist schön. / Zwei Tauben sind deine Augen. Ich bin eine Blume auf den Wiesen des Scharon, / eine Lilie der Täler. Hohelied der Liebe 4,1, Die Bibel

Portrait Gabi R.  Bleistift. Christoph Rosenow

Alles an dir ist schön, meine Freundin;  kein Makel haftet dir an. Hohelied der Liebe 4,7

Beethoven Frieze, Gustav Klimt

Haltungsstudie II, Bleistift.  Christoph Rosenow

Mädchen am Strand II. Aquarell. Christoph Rosenow

In Bewegung. Aquarell.  Christoph Rosenow

Buste de jeune fille..Ossip Zadkine

Portraitskizze.  Aquarell.  Christoph Rosenow