Ideal Figur IV

Einst hatt' er sich ein Bild gemacht,

es staunte, wer es sah.

Es stand in aller Schönheit Pracht

ein junges Mädchen da.

   Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

Schönheitsideal – Zwang und Leiden

Seit Urzeiten setzen Menschen die unterschiedlichsten Mittel ein, um den jeweils vorherrschenden Schönheitsvorstellungen zu entsprechen. Da wurde der Körper drastisch verändert, deformiert.  Bis heute setzen sich Menschen unter Druck, sie leiden, sie hungern sich auf eine Größe 34 oder 36 herunter, sie verkrampfen sich, bilden Minderwertigkeitsgefühle aus – nur um in den Augen anderer schön zu sein, aufzufallen, anerkannt und beachtet zu werden und - einer gewissen Diskriminierung, die oftmals die trifft, die dem allgemeinen Schönheitsideal nicht entsprechen, zu entgehen.

Freilich wird die absolute Schönheit, Vollkommenheit auf diese Weise nie erreicht, denn zu unserer Wirklichkeit gehört immer auch das Unschöne, das Unvollkommene.

Um so mehr gilt, ein Ideal sollte immer das bleiben, was es ist, nicht mehr und nicht weniger: Ein Traum, eine unerreichbar ideale, d.h. absichtlich verzerrte, beschönigende und harmonische Darstellung einer Landschaft, einer Architektur, eines Ornamentes, eines Gesichtes, eines Körpers, der Gliedmaße eines Menschen. Die wurden dann aber auch zu allen Zeiten bestaunt und bewundert. 

Wenn ich, Augenlust zu finden,

ein schönes Mädchen sehe,

möcht' ich lauter Auge sein.

        Gotthold Ephraim Lessing

Wenn ich, Augenlust zu finden,

ein schönes Mädchen sehe,

möcht' ich lauter Auge sein.

     Gotthold Ephraim Lessing 

Schönheitsideal – Maße

Unter Künstlern, Fotografen und Designern gilt ein Mädchen als schön und attraktiv, wenn der Brust-, Taillen- und Hüftumfang 90 – 60 -  90 beträgt. Das heißt, der Taillenumfang dividiert durch den Hüftumfang ergibt für den weiblichen Körper einen Wert von etwa 0,7.  Von einigen Agenturen wird eine extrem schmale Figur, ein Brust- und Hüftumfang deutlich unter 90 Zentimetern bevorzugt. Perfektes Alter 14 bis 16 Jahre. Gewicht zwischen 45 und 55 Kilogramm. Größe 1,75 bis 1,80 Meter.   

Zu einer Traumfigur gehören in der Regel eher kurze als lange Haare, eine straffe und glatte weiße unbehaarte Haut. Auffallende Augen, leicht geöffnete Lippen. Ein langer Hals. Eine flache, gehobene Brust. Schmale Arme, lange feingliedrige Hände und Finger. Sich deutlich unter der Haut abzeichnende Wangenknochen, Schulterblätter, Schlüsselbein, Rippen und  Beckenknochen. Flacher glatter Bauch,  ein leicht gewölbter Venushügel. Extra lange Beine. Knie und Knöchel auffallend und markant. Lange schmale Füße.

Das mitunter kindlich-mädchenhafte Aussehen der Modelle erinnert eher an Nymphen und Engel denn an wirkliche Lebewesen.

 

Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters! Künstleranatomien variieren in der Auffassung des Menschen, in der Beschreibung des Körperbaus, der Haltung und Bewegung. Zudem ändern sich ideale Maße im Laufe der Geschichte - und unterscheiden sich von Land zu Land. 

Schönheitsideal – im Wandel­ der Zeit

Es gab Epochen, in denen „barocke“ und füllige Formen modern waren, während zu anderen Zeiten ein eher schlankes Ideal bevorzugt wurde. Idealmaße schwanken: Gilt heute bei Models ein Taillenumfang von 60 als ideal, so durften es zu Zeiten der Wespentaille allerhöchstens 54 cm sein.

Für das Gelingen einer Aktzeichnung etwa sind die Messpunkte der Öffnung des Gehörs, Schultergelenk, Ellenbogengelenk, Hüftgelenk, Kniegelenk und Sprunggelenk wichtig. Der Schwerpunkt befindet sich zwischen dem ersten und zweiten Kreuzbeinwirbel. In der Profilansicht knickt der Oberkörper gegen das Becken mit einem flachen stumpfen Winkel nach vorne und hinten ab. Hüftregion und Brustkorb sind konstante Formen und können sich in ihrer Lage zueinander durch Beugung und Bewegung stark verändern. Entscheidend ist das proportional korrekte Abbilden von Händen und Füßen. In der Regel reicht die Hand vom Kinn etwa bis zum Haaransatz. Der Fuß ist ungefähr so lang wie der Unterarm ohne die Hand. Auch gibt es Hinweise, dass der Goldene Schnitt bei der ästhetischen Bewertung beispielsweise eines Gesichtes eine Rolle spielt. So seien ein vertikaler Abstand zwischen Augen und Mund von 36 % der Gesichtslänge und ein horizontaler Abstand zwischen den Augen von 46 % der Gesichtsbreite ideal. 

Manche Schönheit blüht im Verborgenen, um sich vor den Blicken der Oberflächlichkeit zu schützen.

    Helga Schäferling (*1957)

 

Idealfigur – Maße

Unter Künstlern, Fotografen und  Designern gilt ein Mädchen als perfekt, schön und attraktiv, wenn der Brust-, Taillen- und Hüftumfang 90 – 60 -  90 beträgt. Dann ergibt der Taillenumfang dividiert durch den Hüftumfang für den weiblichen Körper einen Wert von etwa 0,7.  Von einigen Agenturen wird sogar, noch strenger, eine besonders schmale Figur, einen Brust- und Hüftumfang deutlich unter 90 Zentimetern bevorzugt. Perfektes Alter 14 bis 16 Jahre. Gewicht zwischen 45 und 55 Kilogramm. Größe 1,75 bis 1,80 Meter.   

Zu einer Traumfigur gehören, eher kurze als lange Haare, eine straffe und glatte, weiße Haut. Auffallende Augen, leicht geöffnete Lippen. Schmaler und langer Hals. Eine flache, gehobene Brust. Schmale Arme. Lange zarte und feingliedrige Hände und Finger. Wangenknochen, Schulterblätter, Schlüsselbein, Brustkorb, Rippen und  Beckenknochen zeichnen sich deutlich sichtbar ab unter der Haut. Flacher glatter Bauch. Ein schön gewölbter, kaum behaarter Venushügel. Extra lange Beine. Knie und Knöchel auffallend und markant. Lange schmale Füße.

Ein solches kindlich-mädchenhaften Aussehen erinnert oftmals an Nymphen und Engel denn an wirkliche Lebewesen.

Aber die Schönheit liegt nach wie vor im Auge des Betrachters! Künstleranatomien tendieren in unterschiedliche Richtungen. Zudem schwanken die Idealmaße im Laufe der Geschichte – und unterscheiden sich von Land zu Land. 

Schönheitsideal - Stilrichtungen

Seit Jahrhunderten beschäftigen sich die unterschiedlichsten Künstler, Maler, Bildhauer, Fotografen mit der Frage, wie den Menschen darstellen, malen und fotografieren kann. Dazu wurde und wird der weibliche und der männliche Körper  - mit wachsendem Interesse - in seiner äußeren Erscheinung studiert: Wie kann man Gesicht, Körper, Gliedmaße  darstellen und zeigen?

Was geschieht mit Knochen, Muskeln, Gelenken und Bändern? Wie verändern sich der Rumpf, die Glieder mit einer bestimmten Haltung, einer Bewegung, einer Drehung, einer Streckung?

Dabei bildeten sich in der Darstellung  zwei große Tendenzen heraus:

1.So realistisch wie möglich, wirklichkeitsnah, mit Fehlern und  Alterungsmerkmalen behaftet (Albrecht Dürer, Käthe Kollwitz)

2. So ideal wie möglich, wirklichkeitsfern, bezaubernd, wunderschön, makellos, perfekt ( Raffael, Tizian, Gauguin).

Zudem  dominierte in bestimmten Epochen in der Malerei, in der Bildhauerei und in der Fotografie das männliche Ideal (körperliche Kraft und Schönheit), zu anderen Zeiten das Ideal der Frau (Zartheit, grazile Schönheit). Für das eigene Selbstverständnis, aber auch für die Sicht von außen spielte das weibliche Schönheitsideal eine größere Rolle als das männliche.

Schönheitsideale sind freilich dem Wandel und dem Geschmack der Zeit unterworfen. Dennoch enthalten sie einen überindividuellen und überkulturellen „harten Kern“ – aus dem sich etwa die Tatsache erklären lässt, dass manche Schönheitsikonen vergangener Zeiten, wie beispielsweise die Venus von Milo oder Raffaels Madonnen auch von heutigen Menschen als schön empfunden werden. Die Symmetrie und der Goldene Schnitt sind dabei bekannte und vielfach genutzte Regeln.

 

Nackte Jugend verzaubert.

   Martin G.  Reisenberg

Schönheitsideal – Streckung

 Seit Urzeiten sehnen sich Menschen nach Fehlerlosigkeit, nach Vollkommenheit, nach absoluter Schönheit. Um dieser Sehnsucht Ausdruck zu verleihen, suchten sie nach Abbildern und Vorbildern– suchten nach einem künstlerischen Stil. Zur Zeit des Barock etwa wurden die Gestalten, der Körper gerundet (Peter Paul Rubens). Im frühen Mittelalter hingegen, im Jugendstil (Casa Padrino, Job Mucha), auch in der Neuzeit (Modigliani, Kareem Iliya) fanden Künstler, Maler und Bildhauer ihren je eigenen Stil, indem sie Figuren und Gestalten stilisierten, streckten, dehnten, in die Länge zogen oder aber in gedachte Formen wie Dreiecke, Kreise, Ovale einfügten (Oskar Schlemmer, Lyonel Feininger). In der Fotografie erreichte man das, in dem man das „Kunstobjektiv“, das Weitwinkel-Objektiv benutzte. Die Bilder dann z.B. mit Photoshop zu bearbeiten, war nicht nur legal, sondern geradezu erforderlich.

An ein schönes junges Mädchen

 

Lass mich in dein holdes Antlitz sehn,
Tief vor deiner Schönheit mich zu neigen.
  Carl Bulcke

Idealfigur – Maße

Perfektes Alter 14 bis 16 Jahre. Gewicht zwischen 45 und 55 Kilogramm. Größe 1,75 m bis 1,80 m.    Unter Fotografen, Künstlern und Agenturen gilt ein Mädchen als perfekt, schön und attraktiv, wenn der Brust-, Taillen- und Hüftumfang 90 – 60 -  90 beträgt. Dann ergibt der Taillenumfang dividiert durch den Hüftumfang für den weiblichen Körper einen Wert von etwa 0,7.  Mitunter wird sogar, noch strenger, eine besonders schmale Figur, einen Brust- und Hüftumfang deutlich unter 90 Zentimetern bevorzugt.

Zu einer Traumfigur gehören eher kurze als lange Haare, eine straffe und glatte, weiße Haut. Auffallende Augen, leicht geöffnete Lippen. Schmaler und langer Hals. Eine flache, gehobene Brust. Schmale Arme. Lange zarte und feingliedrige Hände und Finger. Wangenknochen, Brustkorb, Rippen und  Beckenknochen zeichnen sich deutlich sichtbar ab unter der Haut.

Flacher glatter Bauch. Ein schön gewölbter, kaum behaarter Venushügel. Extra lange Beine. Knie und Knöchel auffallend und markant. Lange schmale Füße.

Ein solches kindlich-mädchenhaften Aussehen erinnert oftmals an Nymphen und Engel - denn an wirkliche Lebewesen.

Aber die Schönheit liegt nach wie vor im Auge des Betrachters! Zudem schwanken die Idealmaße im Laufe der Geschichte – und unterscheiden sich von Land zu Land. 

Alles an dir ist schön, meine Freundin;  kein Makel haftet dir an. 

    Hohelied  4,7

Schönheitsideal – Weitwinkel

In der Fotografie wird gern ein „Kunstobjektiv“, das Weitwinkelobjektiv verwendet: Das Besondere: Es hat einen Bildwinkel, der größer ist als der von Normalobjektiven. Die dadurch entstehenden stürzenden Linien werden ganz bewusst für die Bildkomposition genutzt. Indem Fotografen ein solches Objektiv verwenden, lassen sie sich auf eine neue Blickweise ein: Alles wirkt so atemberaubend weit, so tief, so gestreckt, solang gezogen! Ein Weitwinkelobjektiv ist  für alles verwendbar, egal ob für Landschaftsfotografie, Porträt, Akt oder einfach nur für den Schnappschuss zwischendurch. Die Bilder dann z.B. mit Photoshop zu bearbeiten, ist nicht nur legal, sondern oft genug geradezu erforderlich.

 

 

Doch einzig ist meine Taube, die Makellose..  Erblicken sie die Mädchen,  sie preisen sie;  Königinnen und Nebenfrauenrühmen sie.

 Bibel, Hohelied

Jede Knospe erblüht nur ein Mal und jede Blume hat nur ihre eine Minute vollendeter Schönheit 

          Henri-Frédéric Amiel (1821 - 1881)

Schönheitsideal – Streckung

Seit Urzeiten sehnen sich Menschen nach Fehlerlosigkeit, nach Vollkommenheit, nach absoluter Schönheit. Um dieser Sehnsucht Ausdruck zu verleihen, suchten und fanden sie Abbilder und Vorbilder– suchten nach einem künstlerischen Stil. Zur Zeit des Barock etwa wurden die Gestalten, der Körper gerundet (Peter Paul Rubens). 

 

Im frühen Mittelalter hingegen, im Jugendstil (Casa Padrino, Job Mucha), auch in der Neuzeit (Modigliani, Kareem Iliya) fanden Künstler, Maler und Bildhauer ihren je eigenen Stil, indem sie Figuren und Gestalten stilisierten, streckten, dehnten, in die Länge zogen oder aber in gedachte Formen wie Dreiecke, Kreise, Ovale einfügten (Oskar Schlemmer, Lyonel Feininger).  

Liegende. Aquarell.  Christoph Rosenow

Schönheitsideal – Aktzeichnen

Das  Aktzeichnen z.B. ist ein figürliches Naturstudium, um die Proportionen und die Anatomie der menschlichen Gestalt kennenzulernen und künstlerisch umzusetzen. Dabei werden die Teile des Körpers in ihrem Aufbau, ihrer Funktion und ihrer räumlichen Ausdehnung betrachtet und der körperlichen Gesamtgebärde untergeordnet. Da jeder Mensch anders ist, gibt es keine starren Größenverhältnisse, doch ist die Kenntnis einer idealen Proportionslehre sehr dienlich. Hüftregion und Brustkorb sind konstante Formen und können sich in ihrer Lage zueinander durch Beugung und Bewegung stark verändern. Die Skelettformen sind dabei wichtiger als die Muskulatur.

Entscheidend für das Gelingen einer Aktzeichnung ist das proportional korrekte Abbilden von Händen und Füßen. In der Regel reicht die Hand vom Kinn etwa bis zum Haaransatz. Der Fuß ist ungefähr so lang wie der Unterarm ohne die Hand. Zu mehr Beobachtungsfähigkeit führt es, das Modell nur kurz zu studieren und dann ohne weitere Betrachtung zu skizzieren. Ein Malen aus der Vorstellung heraus, ganz ohne Modell, ist vor allem für Fortgeschrittene wichtig, die damit ihre innere Anschauung und Kenntnis der Proportionen überprüfen können.

 

 

Ein  schlummerndes Kätzchen ist ein Bild von vollkommener Schönheit.

   Jules Champfleury (1821) 

Wie eine Palme ist dein Wuchs; deine Brüste sind wie Trauben.
   Die Bibel, Hohelied der Liebe