Fotografie Ideal Figur III

Jeder Mensch trägt einen Zauber im Gesicht; irgendeinem gefällt er.

Christian Friedrich Hebbel  (1813 - 1863) 

An ein Mädchen

Ich weiß nicht, was ich an dir am meisten loben soll. Dein Haupt? Aber da sind auch deine Augen. Also die Augen? Aber die Wangen wollen auch gelobt sein. Also die Wangen?

Aber mich reizen auch deine Lippen, wenn sie, geöffnet, dir einen neuen Reiz geben oder süße Wohlgerüche hauchen.

     Flavius Philostratos   (um 200 n. Chr.), 

 Marina P.  Kohle und Kreide.  425x300. 1976  Christoph Rosenow 

Schönheit fängt mit Staunen an.     

    Anke Maggauer-Kirsche

Beate.  Bleistift 210x298. Christoph Rosenow

Madonna.  Bleistift laviert. Christoph Rosenow

An ein schönes junges Mädchen

 Lass mich in dein holdes Antlitz sehn, heißen Herzens will ich vor dir stehn, tief vor deiner Schönheit mich zu neigen.
     Carl Bulcke

Wenn ich, Augenlust zu finden, ein schönes Mädchen sehe, möcht' ich lauter Auge sein.

       Gotthold Ephraim Lessing

 

An ein schönes junges Mädchen

Lass mich in dein holdes Antlitz sehn,

heißen Herzens will ich vor dir stehn,

tief vor deiner Schönheit mich zu neigen.

     Carl Bulcke 

Schönheitsideal - Ikonen

Manche Schönheitsikonen vergangener Zeiten, wie beispielsweise die Venus von Milo oder Raffaels Madonnen werden auch von heutigen Menschen als schön und nachahmenswert empfunden.

Altägyptische Kultur: Es gab kunstvoll gearbeiteten Schmuck und feinste durchsichtige Stoffe, die die Körperformen durchschimmern ließen. Nofretete bedeutete: „Die Schöne ist gekommen“. Ihre berühmte Büste wirkt erstaunlich lebensecht. Die Gesichtszüge sind harmonisch, die Augen ausdrucksvoll, der Mund voll und sinnlich, der Hals auffällig lang und anmutig. Ihr Körper zeigt ausgeprägte weibliche Kurven bei eher kleinem Busen.

Griechische Klassik: An Statuen wie der Venus von Milo wird ersichtlich, dass der ideale Frauenkörper harmonische Proportionen hatte, eher kleine aber feste Brüste, dazu ein wohl geformtes Becken. An männlichen Idealfiguren gab es verschiedene Typen: Einerseits den jugendlichen Athleten, aber auch fein gearbeitete Skulpturen wie die des Apollon. 

Ich weiß nicht, was ich an dir am meisten loben soll.

Dein Haupt? Aber da sind auch deine Augen.

Also die Augen? Aber die Wangen wollen auch gelobt sein.

Also die Wangen? Aber mich reizen auch deine Lippen,

wenn sie, geschlossen,

dir einen neuen Reiz geben oder, geöffnet,

süße Wohlgerüche hauchen.

Stehst du vollends da wie Aphrodite auf dem Ida,

dann strahlen mir tausend

bisher verborgene Schönheiten in die Augen.

                                      Flavius Philostratos (um 200 n. Chr.)

Hält die Blume sich verschlossen, kann niemand ihre Schönheit wissen.

              Kurt Haberstich (*1948) 

Mädchen von heute ziehen Hosen an, um wie Jungs auszusehen, und durchsichtige Blusen, um zu beweisen, dass sie keine sind.

    Heinz Drache

Tänzerin II.  Bleistift laviert. Christoph Rosenow

Man muss seine Schönheit dort zeigen, wo man sie hat.  

             Germaine de Staël (1766 - 1817)

Das Auge erfasst die Form, die vom Geist mit Schönheit geschmückt wird.

               Harald Gebert (*1951)

Stilrichtungen

 Seit Jahrhunderten beschäftigen sich die unterschiedlichsten Künstler mit der Frage, wie man den menschlichen Körper darstellen, malen und fotografieren kann. Dazu wird der Körper bis heute in seiner äußeren Erscheinung studiert. Wie verändern sich der Rumpf, die Glieder mit einer  Bewegung, einer Drehung, einer Streckung?

Dabei bildete sich eine Vielzahl an künstlerischen Stilrichtungen heraus. In bestimmten Epochen dominierte in der Malerei, in der Bildhauerei und in der Fotografie das männliche Ideal (körperliche Kraft und Schönheit), zu anderen Zeiten das Ideal der Frau (Zartheit, grazile Schönheit). Gesicht, Körper, Gliedmaße werden bis heute realistisch oder abstrakt, oftmals idealisiert dargestellt. Dazu verfremdete man die Körper, die Gliedmaße, rundete oder  streckte sie.    

Schönheitsideal - Stilrichtungen

Seit Jahrhunderten beschäftigen sich die unterschiedlichsten Künstler, Maler, Bildhauer, Fotografen mit der Frage, wie den Menschen darstellen, malen und fotografieren kann. Dazu wurde und wird der weibliche und der männliche Körper  - mit wachsendem Interesse - in seiner äußeren Erscheinung studiert: Wie kann man Gesicht, Körper, Gliedmaße  darstellen und zeigen?

Was geschieht mit Knochen, Muskeln, Gelenken und Bändern? Wie verändern sich der Rumpf, die Glieder mit einer bestimmten Haltung, einer Bewegung, einer Drehung, einer Streckung?

Dabei bildeten sich in der Darstellung  zwei große Tendenzen heraus:

1.So realistisch wie möglich, wirklichkeitsnah, mit Fehlern und  Alterungsmerkmalen behaftet (Albrecht Dürer, Käthe Kollwitz)

2. So ideal wie möglich, wirklichkeitsfern, bezaubernd, wunderschön, makellos, perfekt ( Raffael, Tizian, Gauguin).

Zudem  dominierte in bestimmten Epochen in der Malerei, in der Bildhauerei und in der Fotografie das männliche Ideal (körperliche Kraft und Schönheit), zu anderen Zeiten das Ideal der Frau (Zartheit, grazile Schönheit). Für das eigene Selbstverständnis, aber auch für die Sicht von außen spielte das weibliche Schönheitsideal eine größere Rolle als das männliche.

Schönheitsideale sind freilich dem Wandel und dem Geschmack der Zeit unterworfen. Dennoch enthalten sie einen überindividuellen und überkulturellen „harten Kern“ – aus dem sich etwa die Tatsache erklären lässt, dass manche Schönheitsikonen vergangener Zeiten, wie beispielsweise die Venus von Milo oder Raffaels Madonnen auch von heutigen Menschen als schön empfunden werden. Die Symmetrie und der Goldene Schnitt sind dabei bekannte und vielfach genutzte Regeln.

Alles an dir ist schön, meine Freundin; kein Makel haftet dir an.

             Die Bibel, Hohelied der Liebe

Wie eine Palme ist dein Wuchs; / deine Brüste sind wie Trauben.

    Hohelied 7,8

 

 

Jede Knospe erblüht nur ein Mal und jede Blume hat nur ihre eine Minute vollendeter Schönheit. 

 Henri-Frédéric Amiel   (1821 - 1881)

Mädchen. Aquarell.  Christoph Rosenow

Schönheitsideal - Ikonen

Manche Schönheitsikonen vergangener Zeiten, wie beispielsweise die Venus von Milo oder Raffaels Madonnen werden auch von heutigen Menschen als schön und nachahmenswert empfunden.

Altägyptische Kultur: Es gab kunstvoll gearbeiteten Schmuck und feinste durchsichtige Stoffe, die die Körperformen durchschimmern ließen. Nofretete bedeutete: „Die Schöne ist gekommen“. Ihre berühmte Büste wirkt erstaunlich lebensecht. Die Gesichtszüge sind harmonisch, die Augen ausdrucksvoll, der Mund voll und sinnlich, der Hals auffällig lang und anmutig. Ihr Körper zeigt ausgeprägte weibliche Kurven bei eher kleinem Buasen.

Griechische Klassik: An Statuen wie der Venus von Milo wird ersichtlich, dass der ideale Frauenkörper harmonische Proportionen hatte, eher kleine aber feste Brüste, dazu ein wohl geformtes Becken. An männlichen Idealfiguren gab es verschiedene Typen: Einerseits den jugendlichen Athleten, aber auch fein gearbeitete Skulpturen wie die des Apollon. 

Ohne Titel. Bleistift laviert.  Christoph Rosenow

Schönheitsideal – Streckung

Seit Urzeiten sehnen sich Menschen nach Fehlerlosigkeit, nach Vollkommenheit, nach absoluter Schönheit. Um dieser Sehnsucht Ausdruck zu verleihen, suchten und fanden sie Abbilder und Vorbilder– suchten nach einem künstlerischen Stil.

Zur Zeit des Barock etwa wurden die Gestalten, der Körper gerundet (Peter Paul Rubens). 

Im frühen Mittelalter hingegen, im Jugendstil (Casa Padrino, Job Mucha), auch in der Neuzeit (Modigliani, Kareem Iliya) fanden Künstler, Maler und Bildhauer ihren je eigenen Stil, indem sie Figuren und Gestalten stilisierten, streckten, dehnten, in die Länge zogen oder aber in gedachte Formen wie Dreiecke, Kreise, Ovale einfügten (Oskar Schlemmer, Lyonel Feininger).  

 

 

Wenn ich, Augenlust zu finden,

ein schönes Mädchen sehe,

möcht' ich lauter Auge sein.

             Gotthold Ephraim Lessing 

Einzig ist meine Taube, die Makellose.

  Hohelied

 

Schönheitsideal – Maße

Unter Künstlern, Fotografen und Designern gilt ein Mädchen als schön und attraktiv, wenn der Brust-, Taillen- und Hüftumfang 90 – 60 -  90 beträgt. Das heißt, der Taillenumfang dividiert durch den Hüftumfang ergibt für den weiblichen Körper einen Wert von etwa 0,7.  Von einigen Agenturen wird eine extrem schmale Figur, ein Brust- und Hüftumfang deutlich unter 90 Zentimetern bevorzugt.

Perfektes Alter 14 bis 16 Jahre. Gewicht zwischen 45 und 55 Kilogramm. Größe 1,75 bis 1,80 Meter.   

Zu einer Traumfigur gehören in der Regel eher kurze als lange Haare, eine straffe und glatte weiße unbehaarte Haut. Auffallende Augen, leicht geöffnete Lippen. Ein langer Hals. Eine flache, gehobene Brust. Schmale Arme, lange feingliedrige Hände und Finger. Sich deutlich unter der Haut abzeichnende Wangenknochen, Schulterblätter, Schlüsselbein, Rippen und  Beckenknochen. Flacher glatter Bauch,  ein leicht gewölbter Venushügel. Extra lange Beine. Knie und Knöchel auffallend und markant. Lange schmale Füße.

Das mitunter kindlich-mädchenhafte Aussehen der Modelle erinnert eher an Nymphen und Engel denn an wirkliche Lebewesen.

Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters! Künstleranatomien variieren in der Auffassung des Menschen, in der Beschreibung des Körperbaus, der Haltung und Bewegung. Zudem ändern sich ideale Maße im Laufe der Geschichte - und unterscheiden sich von Land zu Land.

 

 

Stehst du vollends da wie Aphrodite auf dem Ida, dann strahlen mir tausend bisher verborgene Schönheiten in die Augen.

Flavius Philostratos (um 200 n. Chr.), 

Knieendes Mädchen. Aquarell.  Christoph Rosenow

Nackte Jugend verzaubert.

              Martin G. Reisenberg

Schönheitsideal – Streckung

 Seit Urzeiten sehnen sich Menschen nach Fehlerlosigkeit, nach Vollkommenheit, nach absoluter Schönheit. Um dieser Sehnsucht Ausdruck zu verleihen, suchten sie nach Abbildern und Vorbildern– suchten nach einem künstlerischen Stil.

Zur Zeit des Barock etwa wurden die Gestalten, der Körper gerundet (Peter Paul Rubens). 

Im frühen Mittelalter hingegen, im Jugendstil (Casa Padrino, Job Mucha), auch in der Neuzeit (Modigliani, Kareem Iliya) fanden Künstler, Maler und Bildhauer ihren je eigenen Stil, indem sie Figuren und Gestalten stilisierten, streckten, dehnten, in die Länge zogen oder aber in gedachte Formen wie Dreiecke, Kreise, Ovale einfügten (Oskar Schlemmer, Lyonel Feininger). In der Fotografie erreichte man das, in dem man das „Kunstobjektiv“, das Weitwinkel-Objektiv benutzte. Die Bilder dann z.B. mit Photoshop zu bearbeiten, war nicht nur legal, sondern geradezu erforderlich.

 

 

 

Es hat mir gefallen, ein Mädchen zu nehmen, das nicht errötet, wenn es mich den Pinsel zur Hand nehmen sieht.

    Peter Paul Rubens (1577 - 1640)

Einst hatt' er sich ein Bild gemacht,

es staunte, wer es sah.

Es stand in aller Schönheit Pracht

ein junges Mädchen da.

      Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832

Ich bin eine Blume auf den Wiesen des Scharon,  eine Lilie der Täler. Deine Brüste sind wie zwei Kitzlein, wie die Zwillinge einer Gazelle,  die in den Lilien weiden.

      Hohelied

Schönheitsideal – Maße

Perfektes Alter 14 bis 16 Jahre. Gewicht zwischen 45 und 55 Kilogramm. Größe 1,75 bis 1,80 Meter.   

Glatte, straffe, weiße und unbehaarte Haut. Auffallende Augen, leicht geöffnete Lippen. Ein langer Hals. Eine flache, gehobene Brust. Schmale Arme, lange feingliedrige Hände und Finger. Sich deutlich unter der Haut abzeichnende Rippen und  Beckenknochen. Flacher glatter Bauch,  ein leicht gewölbter glatter Venushügel. Extra lange Beine.

Haltungsskizze. Aquarell. Christoph Rosenow

Schönheitsideal – Streckung

Im frühen Mittelalter , im Jugendstil (Casa Padrino, Job Mucha), auch in der Neuzeit (Modigliani, Kareem Iliya) fanden Künstler, Maler und Bildhauer ihren je eigenen Stil, indem sie Figuren und Gestalten stilisierten, streckten, dehnten und in die Länge zogen .

Wahre Schönheit weiß nichts von ihrer Schönheit.

    Michael Wollmann (*1990)

Ich gäb was drum, dich nackt zu sehen.

    Unbekannt

Ideal Figur. Aquarell.  Christoph Rosenow

Alles an dir ist schön, meine Freundin;  kein Makel haftet dir an. 

  Hohelied l 4,7