Ideal Figur I

Schönheit ist die Begebenheit eines Augenblicks, die dir ermöglicht, selbigen für immer in deinem Herzen zu tragen.

     Nadine Prota (*1977)

Die Schönheit der Dinge existiert im Geist dessen, der sie anschaut.

   David Hume

Jeder Mensch trägt einen Zauber im Gesicht; irgendeinem gefällt er.  

    Christian Friedrich Hebbel (1813 - 1863) 

Schönheitsideal - Stilrichtungen

Seit Jahrhunderten beschäftigen sich die unterschiedlichsten Künstler, Maler, Bildhauer, Fotografen mit der Frage, wie man Menschen darstellen, malen und fotografieren kann. Dazu wurde und wird der weibliche und der männliche Körper  - mit wachsendem Interesse - in seiner äußeren Erscheinung studiert: Wie kann man Gesicht, Körper, Gliedmaße  darstellen und zeigen?

Was geschieht mit Knochen, Muskeln, Gelenken und Bändern? Wie verändern sich der Rumpf, die Glieder mit einer bestimmten Haltung, einer Bewegung, einer Drehung, einer Streckung?

Dabei bildeten sich in der Darstellung  zwei große Tendenzen heraus:

1.So realistisch wie möglich, wirklichkeitsnah, mit Fehlern und  Alterungsmerkmalen behaftet (Albrecht Dürer, Käthe Kollwitz)

2. So ideal wie möglich, wirklichkeitsfern, bezaubernd, wunderschön, makellos, perfekt ( Raffael, Tizian, Gauguin).

Zudem  dominierte in bestimmten Epochen in der Malerei, in der Bildhauerei und in der Fotografie das männliche Ideal (körperliche Kraft und Schönheit), zu anderen Zeiten das Ideal der Frau (Zartheit, grazile Schönheit). Für das eigene Selbstverständnis, aber auch für die Sicht von außen spielte das weibliche Schönheitsideal eine größere Rolle als das männliche.

Schönheitsideale sind freilich dem Wandel und dem Geschmack der Zeit unterworfen. Dennoch enthalten sie einen überindividuellen und überkulturellen „harten Kern“ – aus dem sich etwa die Tatsache erklären lässt, dass manche Schönheitsikonen vergangener Zeiten, wie beispielsweise die Venus von Milo oder Raffaels Madonnen auch von heutigen Menschen als schön empfunden werden. Die Symmetrie und der Goldene Schnitt sind dabei bekannte und vielfach genutzte Regeln.

Die schönsten Momente im Leben sind nicht die, in denen man atmet, sondern die, die einem den Atem rauben. 

     Rainer Maria Rilke

 

Es hat mir gefallen, ein Mädchen zu nehmen, das nicht errötet, wenn es mich den Pinsel zur Hand nehmen sieht.

    Peter Paul Rubens (1577 - 1640)

Stehst du vollends da wie Aphrodite auf dem Ida, dann strahlen mir tausend bisher verborgene Schönheiten in die Augen.

     Flavius Philostratos (um 200 n. Chr.)

Linien und Strukturen. Aquarell. Christoph Rosenow

Schönheitsideal - Stilrichtungen

 Seit Jahrhunderten beschäftigen sich die unterschiedlichsten Künstler, Maler, Bildhauer, Fotografen mit der Frage, wie man den menschlichen Körper darstellen, zeigen, malen und fotografieren kann. Dazu wird der Körper bis heute in seiner äußeren Erscheinung studiert: Was  geschieht mit Knochen, Muskeln, Gelenken und Bändern? Wie verändern sich der Rumpf, die Glieder mit einer bestimmten Haltung, einer Bewegung, einer Drehung, einer Streckung?

 Dabei bildete sich eine Vielzahl an künstlerischen Stilrichtungen heraus. In bestimmten Epochen dominierte in der Malerei, in der Bildhauerei und in der Fotografie das männliche Ideal (körperliche Kraft und Schönheit), zu anderen Zeiten das Ideal der Frau (Zartheit, grazile Schönheit). Gesicht, Körper, Gliedmaße werden bis heute realistisch oder abstrakt, oftmals idealisiert dargestellt. Dazu verfremdete, beschönigte man die Körper, rundete oder überdehnte, streckte sie.   

Alles Schöne macht Durst nach noch vollkommenerer Schönheit und Vollkommenheit.

    Christian Morgenstern (1871 - 1914)

Nackte Jugend verzaubert.

    Martin Gerhard Reisenberg

Wenn ich, Augenlust zu finden,

ein schönes Mädchen sehe,

möcht' ich lauter Auge sein.

    Gotthold Ephraim Lessing 

Schön bist du, meine Freundin, ja, du bist schön. Du Edelgeborene, Makellose. Rote Bänder sind deine Lippen; lieblich ist dein Mund.  Dein Hals ist ein Turm aus Elfenbein. Deine Brüste sind wie zwei Kitzlein, wie die Zwillinge einer Gazelle, die in den Lilien weiden.

   Hohelied 

Schönheitsideal – Maße

Unter Künstlern, Fotografen und Designern gilt ein Mädchen als schön und attraktiv, wenn der Brust-, Taillen- und Hüftumfang 90 – 60 -  90 beträgt. Das heißt, der Taillenumfang dividiert durch den Hüftumfang ergibt für den weiblichen Körper einen Wert von etwa 0,7.  Von einigen Agenturen wird eine extrem schmale Figur, ein Brust- und Hüftumfang deutlich unter 90 Zentimetern bevorzugt. Perfektes Alter 14 bis 16 Jahre. Gewicht zwischen 45 und 55 Kilogramm. Größe 1,75 bis 1,80 Meter.   

Zu einer Traumfigur gehören in der Regel eher kurze als lange Haare, eine straffe und glatte weiße unbehaarte Haut. Auffallende Augen, leicht geöffnete Lippen. Ein langer Hals. Eine flache, gehobene Brust. Schmale Arme, lange feingliedrige Hände und Finger. Sich deutlich unter der Haut abzeichnende Wangenknochen, Schulterblätter, Schlüsselbein, Rippen und  Beckenknochen. Flacher glatter Bauch,  ein leicht gewölbter Venushügel. Extra lange Beine. Knie und Knöchel auffallend und markant. Lange schmale Füße.

Das mitunter kindlich-mädchenhafte Aussehen der Modelle erinnert eher an Nymphen und Engel denn an wirkliche Lebewesen.

 Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters! Künstleranatomien variieren in der Auffassung des Menschen, in der Beschreibung des Körperbaus, der Haltung und Bewegung. Zudem ändern sich ideale Maße im Laufe der Geschichte - und unterscheiden sich von Land zu Land. 

Schönheitsideal – Streckung

Seit Urzeiten sehnen sich Menschen nach Fehlerlosigkeit, nach Vollkommenheit, nach absoluter Schönheit. Um dieser Sehnsucht Ausdruck zu verleihen, suchten und fanden sie Abbilder und Vorbilder– suchten nach einem künstlerischen Stil.

Zur Zeit des Barock etwa wurden die Gestalten, der Körper gerundet (Peter Paul Rubens). Im frühen Mittelalter hingegen, im Jugendstil (Casa Padrino, Job Mucha), auch in der Neuzeit (Modigliani, Kareem Iliya) fanden Künstler, Maler und Bildhauer ihren je eigenen Stil, indem sie Figuren und Gestalten stilisierten, streckten, dehnten, in die Länge zogen oder aber in gedachte Formen wie Dreiecke, Kreise, Ovale einfügten (Oskar Schlemmer, Lyonel Feininger).  

In der Kunst ist die Form alles, der Stoff gilt nichts.

   Heinrich Heine

Wie eine Palme ist dein Wuchs; deine Brüste sind wie Trauben.
    Hohelied 

Schönheitsideal – im Wandel­ der Zeit

Es gab Epochen, in denen „barocke“ und füllige Formen modern waren, während zu anderen Zeiten ein eher schlankes Ideal bevorzugt wurde. Idealmaße schwanken: Gilt heute bei Models ein Taillenumfang von 60 als ideal, so durften es zu Zeiten der Wespentaille allerhöchstens 54 cm sein.

 Für das Gelingen einer Aktzeichnung etwa sind die Messpunkte der Öffnung des Gehörs, Schultergelenk, Ellenbogengelenk, Hüftgelenk, Kniegelenk und Sprunggelenk wichtig. Der Schwerpunkt befindet sich zwischen dem ersten und zweiten Kreuzbeinwirbel. In der Profilansicht knickt der Oberkörper gegen das Becken mit einem flachen stumpfen Winkel nach vorne und hinten ab. Hüftregion und Brustkorb sind konstante Formen und können sich in ihrer Lage zueinander durch Beugung und Bewegung stark verändern. Entscheidend ist das proportional korrekte Abbilden von Händen und Füßen. In der Regel reicht die Hand vom Kinn etwa bis zum Haaransatz. Der Fuß ist ungefähr so lang wie der Unterarm ohne die Hand. Auch gibt es Hinweise, dass der Goldene Schnitt bei der ästhetischen Bewertung beispielsweise eines Gesichtes eine Rolle spielt. So seien ein vertikaler Abstand zwischen Augen und Mund von 36 % der Gesichtslänge und ein horizontaler Abstand zwischen den Augen von 46 % der Gesichtsbreite ideal. 

Nackte Jugend verzaubert.

    Martin G. Reisenberg

Jede Knospe erblüht nur ein Mal und jede Blume hat nur ihre eine Minute vollendeter Schönheit. 

    Henri-Frédéric Amiel (1821 - 1881)

Einst hatt' er sich ein Bild gemacht, es staunte, wer es sah. Es stand in aller Schönheit Pracht ein junges Mädchen da.

   Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

Schönheitsideal - Ikonen

Manche Schönheitsikonen vergangener Zeiten, wie beispielsweise die Venus von Milo oder Raffaels Madonnen werden auch von heutigen Menschen als schön und nachahmenswert empfunden.

Altägyptische Kultur: Es gab kunstvoll gearbeiteten Schmuck und feinste durchsichtige Stoffe, die die Körperformen durchschimmern ließen. Nofretete bedeutete: „Die Schöne ist gekommen“. Ihre berühmte Büste wirkt erstaunlich lebensecht. Die Gesichtszüge sind harmonisch, die Augen ausdrucksvoll, der Mund voll und sinnlich, der Hals auffällig lang und anmutig. Ihr Körper zeigt ausgeprägte weibliche Kurven bei eher kleinem Busen.

Griechische Klassik: An Statuen wie der Venus von Milo wird ersichtlich, dass der ideale Frauenkörper harmonische Proportionen hatte, eher kleine aber feste Brüste, dazu ein wohl geformtes Becken. An männlichen Idealfiguren gab es verschiedene Typen: Einerseits den jugendlichen Athleten, aber auch fein gearbeitete Skulpturen wie die des Apollon. 

Dem Herzen eines Mädchens ist ihre eigene Schönheit und ihr Liebreiz teuer.

     Ovid (43 v. Chr. - 17 n. Chr.)

Sie ahnen nicht, wie zart und rein das Leben eines jungen Mädchens ist bis zur Zeit der ersten Liebe.

  Jens Peter Jacobsen (1847 - 1885)

Schönheitsideal – Anforderungen

Oftmals kindlich-mädchenhafte Aussehen. Perfektes Alter 14 bis 16 Jahre. Gewicht zwischen 45 und 55 Kilogramm. Größe 1,75 bis 1,80 Meter.  Straffe und glatte weiße unbehaarte Haut. Auffallende Augen, leicht geöffnete Lippen. Ein langer Hals. Eine flache, gehobene Brust. Schmale Arme, lange feingliedrige Hände und Finger. Sich deutlich unter der Haut abzeichnende Wangenknochen, Schulterblätter, Schlüsselbein, Rippen und  Beckenknochen. Flacher glatter Bauch,  ein leicht gewölbter Venushügel. Extra lange Beine, Lange feingliedrige schmale Füße.

 

Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unseren Kleidern.

     Heinrich Heine 

Alles an dir ist schön, meine Freundin; kein Makel haftet dir an.

  Hohelied, Hdl

Schönheitsideal – Zwang und Leiden

Seit Urzeiten setzen Menschen die unterschiedlichsten Mittel ein, um den jeweils vorherrschenden Schönheitsvorstellungen zu entsprechen. Da wurde der Körper drastisch verändert, Zähne zugefeilt, der Hals durch Messingringe scheinbar verlängert, Füße eingeschnürt und verkrüppelt.  In Europa führte das Tragen von Korsetten zu Deformierungen der Rippen und des Brustkorbs. Schönheitsoperationen, Brust- und Poimplantate, sowie das Einspritzen von Botox  im Gesicht taten das Übrige.

Bis heute setzen sich Menschen unter Druck, sie leiden, sie hungern sich auf eine Größe 34 oder 36 herunter, sie verkrampfen sich, bilden Minderwertigkeitsgefühle aus – nur um in den Augen anderer schön zu sein, aufzufallen, anerkannt und beachtet zu werden und - einer gewissen Diskriminierung, die oftmals die trifft, die dem allgemeinen Schönheitsideal nicht entsprechen, zu entgehen.

Freilich wird die absolute Schönheit, Vollkommenheit auf diese Weise nie erreicht, denn zu unserer Wirklichkeit gehört immer auch das Unschöne, das Unvollkommene.

Um so mehr gilt, ein Ideal sollte immer das bleiben, was es ist, nicht mehr und nicht weniger: Ein Traum, eine unerreichbar ideale, d.h. absichtlich verzerrte, beschönigende und harmonische Darstellung einer Landschaft, einer Architektur, eines Ornamentes, eines Gesichtes, eines Körpers, der Gliedmaße eines Menschen. Die wurden dann aber auch zu allen Zeiten bestaunt und bewundert.

Liegende. Grauer Stift, laviert  Christoph Rosenow

Natürliche Schönheit hat, wer umso mehr anzieht, je mehr er auszieht.

  Fritz-J. Schaarschuh (*1935)

Vor der Anmut und Reinheit wahrer Schönheit senkt der Betrachter den Blick, ohne ihn abwenden zu können.

    Ekkehart Mittelberg (*1938)

Schönheitsideal – Weitwinkel

In der Fotografie wird gern ein „Kunstobjektiv“, das Weitwinkelobjektiv verwendet: Das Besondere: Es hat einen Bildwinkel, der größer ist als der von Normalobjektiven. Die dadurch entstehenden stürzenden Linien werden ganz bewusst für die Bildkomposition genutzt. Indem Fotografen ein solches Objektiv verwenden, lassen sie sich auf eine neue Blickweise ein: Alles wirkt so atemberaubend weit, so tief, so gestreckt, solang gezogen! Ein Weitwinkelobjektiv ist  für alles verwendbar, egal ob für Landschaftsfotografie, Porträt, Akt oder einfach nur für den Schnappschuss zwischendurch. Die Bilder dann z.B. mit Photoshop zu bearbeiten, ist nicht nur legal, sondern oft genug geradezu erforderlich. 

Stehst du vollends da wie Aphrodite auf dem Ida, dann strahlen mir tausend bisher verborgene Schönheiten in die Augen.

   Flavius Philostratos (um 200 n. Chr.)

Es gibt die keusche Anmut des Ebenmaßes und die sinnliche Schönheit des Unregelmäßigen.

  Fritz P. Rinnhofer (1939 - 2020)

Haut, die stilvollste Kleidung.

         Manfred Hinrich (1926 - 2015) 

Schönheitsideal – Aktzeichnen

Das  Aktzeichnen z.B. ist ein figürliches Naturstudium, um die Proportionen und die Anatomie der menschlichen Gestalt kennenzulernen und künstlerisch umzusetzen. Dabei werden die Teile des Körpers in ihrem Aufbau, ihrer Funktion und ihrer räumlichen Ausdehnung betrachtet und der körperlichen Gesamtgebärde untergeordnet. Da jeder Mensch anders ist, gibt es keine starren Größenverhältnisse, doch ist die Kenntnis einer idealen Proportionslehre sehr dienlich. Hüftregion und Brustkorb sind konstante Formen und können sich in ihrer Lage zueinander durch Beugung und Bewegung stark verändern. Die Skelettformen sind dabei wichtiger als die Muskulatur.

 Entscheidend für das Gelingen einer Aktzeichnung ist das proportional korrekte Abbilden von Händen und Füßen. In der Regel reicht die Hand vom Kinn etwa bis zum Haaransatz. Der Fuß ist ungefähr so lang wie der Unterarm ohne die Hand. Zu mehr Beobachtungsfähigkeit führt es, das Modell nur kurz zu studieren und dann ohne weitere Betrachtung zu skizzieren. Ein Malen aus der Vorstellung heraus, ganz ohne Modell, ist vor allem für Fortgeschrittene wichtig, die damit ihre innere Anschauung und Kenntnis der Proportionen überprüfen können.

Dein Leib ist ein Weizenhügel, mit Lilien umstellt.

Deine Brüste sind wie zwei Kitzlein, wie die Zwillinge einer Gazelle.

Deiner Hüften Rund ist wie Geschmeide, gefertigt von Künstlerhand.

Dein Schoß ist ein rundes Becken.

Wie schön bist du und wie reizend!

  Hohelied 

Ihr lasst um jede Attitüde ein weiß gewaschnes Hemdchen wehn, denn um die Schönheit nackt zu sehn, sind eure Seelen viel zu prüde!

   Arno Holz (1863 - 1929)

Manche Schönheit blüht im Verborgenen, um sich vor den Blicken der Oberflächlichkeit zu schützen.

 

   Helga Schäferling (*1957)

Schönheitsideal – Maße

Perfektes Alter 14 bis 16 Jahre. Gewicht zwischen 45 und 55 Kilogramm. Größe 1,75 bis 1,80 Meter.  Eher kurze als lange Haare, eine straffe und glatte weiße unbehaarte Haut. leicht geöffnete Lippen. Ein langer Hals. Eine flache Brust. Schmale Arme, lange feingliedrige Hände und Finger. Sich deutlich unter der Haut abzeichnende Wangenknochen, Schlüsselbein, Rippen und  Beckenknochen. Flacher glatter Bauch,  ein leicht gewölbter Venushügel. Extra lange Beine. Knie und Knöchel auffallend und markant. Lange schmale Füße.

Ein mitunter kindlich-mädchenhafte Aussehen erinnert eher an Nymphen und Engel denn an wirkliche Lebewesen.

Schönheitsideal - Maße­

Es gab Epochen, in denen „barocke“ und füllige Formen modern waren, während zu anderen Zeiten ein eher schlankes Ideal bevorzugt wurde. Idealmaße schwanken: Gilt heute bei Models ein Taillenumfang von 60 als ideal, so durften es zu Zeiten der Wespentaille allerhöchstens 54 cm sein.

Für das Gelingen einer Aktzeichnung etwa sind die Messpunkte der Öffnung des Gehörs, Schultergelenk, Ellenbogengelenk, Hüftgelenk, Kniegelenk und Sprunggelenk wichtig. Der Schwerpunkt befindet sich zwischen dem ersten und zweiten Kreuzbeinwirbel. In der Profilansicht knickt der Oberkörper gegen das Becken mit einem flachen stumpfen Winkel nach vorne und hinten ab. Hüftregion und Brustkorb sind konstante Formen und können sich in ihrer Lage zueinander durch Beugung und Bewegung stark verändern.

Entscheidend ist das proportional korrekte Abbilden von Händen und Füßen. In der Regel reicht die Hand vom Kinn etwa bis zum Haaransatz. Der Fuß ist ungefähr so lang wie der Unterarm ohne die Hand. Auch gibt es Hinweise, dass der Goldene Schnitt bei der ästhetischen Bewertung beispielsweise eines Gesichtes eine Rolle spielt. So seien ein vertikaler Abstand zwischen Augen und Mund von 36 % der Gesichtslänge und ein horizontaler Abstand zwischen den Augen von 46 % der Gesichtsbreite ideal.

 

Haltungsstudie. Bleistift laviert.  Christoph Rosenow

 Du Edelgeborene. du Makellose. Wie schön bist du und wie reizend!

     Hohelied , Hdl

Man muss seine Schönheit dort zeigen, wo man sie hat.

  Germaine de Staël (1766 - 1817

Es lag in aller Schönheit Pracht ein junges Mädchen da.

  Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

Die Schönheit der Natur zeigt sich nur dem, der Augen dafür hat.

  Engelbert Schinkel (*1959) 

Manche Schönheit blüht im Verborgenen, um sich vor den Blicken der Oberflächlichkeit zu schützen.

   Helga Schäferling (*1957)

Tugenden und Mädchen sind am schönsten, ehe sie wissen, dass sie schön sind.

  Ludwig Börne   

Ich gäb was drum, dich nackt zu sehen.

    Unbekannt

 

Das Auge erfasst die Form, die vom Geist mit Schönheit geschmückt wird.

             Harald Gebert (*1951)

Alles Schöne macht Durst nach noch vollkommenerer Schönheit und Vollkommenheit.

Christian Morgenstern (1871 - 1914)

Nackte Jugend verzaubert.

         Martin Gerhard Reisenberg

Nackte Jugend verzaubert.

        Martin Gerhard Reisenberg

Ihr lasst um jede Attitüde ein weiß gewaschnes Hemdchen wehn, denn um die Schönheit nackt zu sehn, sind eure Seelen viel zu prüde!

   Arno Holz (1863 - 1929)

Schönheitsideal – Weitwinkel

In der Fotografie wird gern ein „Kunstobjektiv“, das Weitwinkelobjektiv verwendet: Das Besondere: Es hat einen Bildwinkel, der größer ist als der von Normalobjektiven. Die dadurch entstehenden stürzenden Linien werden ganz bewusst für die Bildkomposition genutzt. Indem Fotografen ein solches Objektiv verwenden, lassen sie sich auf eine neue Blickweise ein: Alles wirkt so atemberaubend weit, so tief, so gestreckt, solang gezogen! 

Alles an dir ist schön, meine Freundin; kein Makel haftet dir an.

   Hohelied 

 

Schönheitsideal – Maße

Unter Künstlern, Fotografen und Designern gilt in der Regel ein Mädchen als schön und attraktiv, wenn der Brust-, Taillen- und Hüftumfang 90 – 60 -  90 beträgt. Von einigen Agenturen wird eine extrem schmale Figur mit einem Brust- und Hüftumfang deutlich unter 90 Zentimetern erwartet.  Perfektes Alter 14 bis 16 Jahre, ein häufig kindlich-mädchenhaftes Aussehen. Gewicht zwischen 45 und 55 Kilogramm. Größe 1,75 bis 1,80 Meter. Eher kurze als lange Haare. Gesunde, straffe, glatte weiße unbehaarte Haut. Langer Hals. Eine flache Brust. Schmale Arme, lange feingliedrige Hände und Finger. Sich deutlich unter der Haut abzeichnende Wangenknochen, Schlüsselbein, Rippen und  und vor allem Beckenknochen. Flacher glatter Bauch,  ein leicht gewölbter glatter Venushügel. Sehr lange Beine. Schmale lange schmale feingliedrige Füße.

 Wie eine Palme ist dein Wuchs; deine Brüste sind wie Trauben.
     Hohelied 

Die Vervollkommnung des Körpers zeigt sich in Schönheit, Anmut und diamantener Festigkeit.

    Patanjali  (2. Jh. v. Chr.)

Schönheitsideal – Maße

 Perfektes Alter 14 bis 16 Jahre, ein kindlich-mädchenhaftes, Aussehen. Gewicht zwischen 45 und 55 Kilogramm. Größe 1,75 bis 1,80 Meter. Eher kurze als lange Haare. Gesunde, straffe, glatte weiße unbehaarte Haut. Langer Hals. Eine flache gehobene  Brust. Schmale Arme, lange feingliedrige Hände und Finger. Sich deutlich unter der Haut abzeichnende Wangenknochen, Schlüsselbein, Rippen und Beckenknochen. Flacher glatter Bauch,  leicht gewölbter glatter Venushügel. Sehr lange Beine. Schmale lange schmale feingliedrige Füße.

Schönheitsideal – Streckung

Seit Urzeiten sehnen sich Menschen nach Fehlerlosigkeit, nach Vollkommenheit, nach absoluter Schönheit. Um dieser Sehnsucht Ausdruck zu verleihen, suchten sie nach Abbildern und Vorbildern– suchten nach einem künstlerischen Stil. Zur Zeit des Barock etwa wurden die Gestalten, der Körper gerundet (Peter Paul Rubens).   Im frühen Mittelalter hingegen, im Jugendstil (Casa Padrino, Job Mucha), auch in der Neuzeit (Modigliani, Kareem Iliya) fanden Künstler, Maler und Bildhauer ihren je eigenen Stil, indem sie Figuren und Gestalten stilisierten, streckten, dehnten, in die Länge zogen oder aber in gedachte Formen wie Dreiecke, Kreise, Ovale einfügten (Oskar Schlemmer, Lyonel Feininger). In der Fotografie erreichte man das, in dem man das „Kunstobjektiv“, das Weitwinkel-Objektiv benutzte. Die Bilder dann z.B. mit Photoshop zu bearbeiten, war nicht nur legal, sondern geradezu erforderlich.

Schönheit kann man nicht finden, man muss sie entdecken.

    Julian Nasiri (*1983)

Alles an dir ist schön, meine Freundin; kein Makel haftet dir an.

  Hohelied 

Linien und Strukturen. Bleistift  laviert.  Christoph Rosenow

Schönheitsideal – Streckung

Seit Urzeiten sehnen sich Menschen nach Fehlerlosigkeit, nach Vollkommenheit, nach absoluter Schönheit. Um dieser Sehnsucht Ausdruck zu verleihen, suchten sie nach einem künstlerischen Stil. Im Jugendstil  etwa (Casa Padrino, Job Mucha), auch in der Neuzeit (Modigliani, Kareem Iliya) fanden Künstler, Maler und Bildhauer ihren je eigenen Stil, indem sie Figuren und Gestalten stilisierten, streckten, dehnten, in die Länge zogen oder aber in gedachte Formen wie Dreiecke, Kreise, Ovale einfügten (Oskar Schlemmer, Lyonel Feininger).  

Es liegt im menschlichen Geschlechte, das wundervolle Ding der Schönheit.

   Adalbert Stifter (1805 - 1868)

Die schönsten Momente im Leben sind nicht die in denen man atmet, sondern die die einem den Atem rauben.

    Rainer Maria Rilke

Natürliche Schönheit hat, wer umso mehr anzieht, je mehr er auszieht.

   Fritz-J. Schaarschuh (*1935)

Vor der Anmut und Reinheit wahrer Schönheit senkt der Betrachter den Blick, ohne ihn abwenden zu können.

   Ekkehart Mittelberg (*1938), 

Schönheitsideal – Weitwinkel

In der Fotografie wird gern ein „Kunstobjektiv“, das Weitwinkelobjektiv verwendet:  Alles wirkt so atemberaubend weit, so tief, so gestreckt, solang gezogen! 

Schönheit fängt mit Staunen an

       Anke Maggauer-Kirsche (*1948)