Jh 2,1-11  Hochzeit zu Kana - Die Feier des Lebens   18.1.2009

 

Johannesevangelium 2,1-11

1 Am dritten Tag wurde in Kana in Galiläa eine Hochzeit gefeiert. Die Mutter von Jesus war dabei, 2 und auch Jesus war mit seinen Jüngern* dazu eingeladen. 3 Als der Weinvorrat zu Ende war, sagte seine Mutter zu ihm: »Sie haben keinen Wein mehr!«

4 Jesus erwiderte ihr: »Frau, das ist meine Sache, nicht deine! Meine Stunde ist noch nicht gekommen.«  5 Da wandte sich seine Mutter an die Diener und sagte: »Tut alles, was er euch befiehlt!«

6 Im Haus standen sechs Wasserkrüge aus Stein, von denen jeder etwa hundert Liter fasste. Man brauchte sie wegen der Reinigung*, die das Gesetz* vorschreibt. 7 Jesus sagte zu den Dienern: »Füllt diese Krüge mit Wasser!« Sie füllten sie bis an den Rand. 8 Dann befahl er ihnen: »Jetzt nehmt eine Probe davon und bringt sie dem Mann, der für das Festessen verantwortlich ist.« Sie brachten ihm eine Probe,

9 und er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher dieser Wein kam; nur die Diener, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Er rief den Bräutigam zu sich

10 und sagte: »Jeder bringt doch zuerst den guten Wein auf den Tisch, und wenn die Gäste schon reichlich getrunken haben, folgt der schlechtere. Aber du hast den guten Wein bis zuletzt aufgehoben!«

11 So vollbrachte Jesus in Kana in Galiläa sein erstes Wunderzeichen und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger kamen zum Glauben an ihn.

 

 

Es klingt fast wie ein Märchen aus tausend und einer Nacht, was uns Johannes, der Evangelist, da erzählt. Zauberhaft, und es ist, als sollten wir alle mit dabei sein.

Am dritten Tag wurde in Kana in Galiläa eine Hochzeit gefeiert.

In einem galiläischen Dorf ist kein Reichtum zu erwarten, und doch, eine lebensfrohe, fröhliche, geradezu ausgelassene   Szene entfaltet sich da vor unseren Augen. Ein richtiges Fest ist im Gange, eine Hochzeit wird gefeiert.Man versucht die Gäste so üppig zu bewirten, so gut es geht. Und es kommen viele. Auch Jesus, seine Mutter und seine Jünger nehmen daran teil.

V.1 Am dritten Tag wurde in Kana in Galiläa eine Hochzeit gefeiert.

Doch da stocke ich. Und ich merke sehr schnell, dass man die Erzählstücke des Evangelisten Johannes nicht wie schöne Geschichten erzählen kann – und schon gar nicht märchenhaft, zauberhaft. Sein Evangelium ist keine Zauberei! Sein Evangelium ist euangelion, eine Gute Nachricht, eine theologisch gestaltete frohe Botschaft. Und jedes Wort hat seine Bedeutung,  jeder halbe Satz hat eine Verkündigungsabsicht.

Am dritten Tag wurde in Kana eine Hochzeit gefeiert.

Am dritten Tag? Wieso gerade am dritten Tag der Woche?! „Ja das wisst ihr doch, wenn ihr euch in der jüdischen Tradition, in der hebräischen Bibel auskennt. In 6 Tagen schuf Gott die Welt, und am 7. Tag, am Sabbat, ruhte er von seiner Arbeit. So könnt ihr´s nachlesen in der 1.Schöpfungsgeschichte des Priesters. Und nur am dritten Tag der Woche (nach jüdischer Zählung ist das der Dienstag) heißt es zwei Mal in der Schöpfungserzählung:

Gott sah, dass es gut war.“ Am dritten Tag!

Und darum finden am Dienstag, am dritten Tag der Woche, im Judentum, bis heute viele Hochzeiten statt.

Der Evangelist Johannes berichtet am Anfang seines Evangeliums nicht wie Lukas z.B. - über die Kindheit und Jugend Jesu, sondern,  ihm  geht es um Jesu erstes öffentliches Auftreten innerhalb einer Woche – am dritten Tag – weil … mit Jesu Kommen, mit seiner Verkündigung alles gut wird, sich alles zum Guten wendet.  „Und siehe, es war sehr gut“.

„Und dann schlägt die Bibel ja immer wieder, und das wisst ihr auch, den großen Bogen von der Schöpfung hin zurVollendung, hin zu den letzten Dingen, die der Seher der Offenbarung mit seiner großen Vision, seiner großen Zukunftsschau ja so beschreibt:

Offb 21: Und dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde. Da wird Gott alle Tränen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein. Und der, der auf dem Thron saß, sagte: Jetzt mache ich alles neu.“

Da wird eine Hochzeit in Kana gefeiert, und schon mit dem ersten Satz stellt der Evangelist diese Feier in einen großen Zusammenhang: Das Fest, das wir jetzt feiern, ist ein Hinweis auf die Zeit, da Gott alles neu machen wird, da Gott alle Tränen abwischen wird, da Freude die Fülle sein wird.

Am dritten Tag wurde in Kana in Galiläa eine Hochzeit gefeiert, und Vers 1: Die Mutter von Jesus war dabei.

Auch das erzählt der Evangelist nicht einfach so, ohne Grund:

„Wenn ihr euch im Evangelium auskennt, dann wisst ihr, dass in meiner Frohen Botschaft die Maria noch einmal erscheint, aber erst sehr viel später, nämlich unter dem Kreuz!“

So schaut der Evangelist, indem er die Maria erwähnt, auch hier voraus: Er schlägt einen Bogen hin zu Tod und Auferweckung Jesu – die ja - am dritten Tag passiert! 

Auferstehung der Toten und das ewige Leben - damit wird alles neu! Da passiert eine neue Schöpfung – aus dem Tod.

Von daher mündet auch hier die Hochzeit zu Kana in eine auf die Zukunft ausgerichtete Feier des Lebens. Das Leben hat den Tod besiegt. Genauer: Die Hochzeit wird zu einer Feier desjenigen, der den Tod besiegt hat. So geht es mit diesem Hochzeitfest  von Anfang an um die großen Zusammenhänge, Schöpfung – Vollendung, Tod und Auferstehung.

Doch Als der Weinvorrat zu Ende war,…(V3)

Da herrscht auf einmal der Mangel. Das Fest droht zu scheitern. Der Wein geht aus. Großer Katzenjammer.

Wer von uns hat nicht schon mal eine Pleite, ein solches Fiasko erlebt? Da sieht auf einmal alles leer und düster aus. Burn out: Die Krüge sind leer, und ausgebrannt.

Unser Leben schmeckt fade, das Leben verwässert. Und wir denken an das, was uns tagtäglich belastet und ängstigt:

Konflikte, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen, schwierige Entscheidungen, die uns bevorstehen,

eine Lebenskrise, die aussichtslos erscheint, eine Krankheit, die alle Perspektiven raubt. Bedrohliche Prognosen für die Wirtschaft im Jahre 2009 und ihre Auswirkungen auf den Einzelnen…

Und man tut was man kann, man schöpft und schöpft und schöpft aus wer weiß welchem Brunnen, manchmal bis zur Erschöpfung.

Aber das letzte, das Wunder, der springende Punkt, dass dann doch noch alles gut geht – und gut wird, und besser als man dachte - das ist nicht unsere Sache. SEINE Stunde ist nicht unsre Stunde.

Vers 4: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“  Jesus weist seine Mutter mit schroffen Worten zurück. Es geht ihm nicht um die Rettung einer Feier. Er lässt sich nicht vereinnahmen für die Zwecke anderer.

„Meine Stunde ist noch nicht gekommen", sagt er.

Bei Johannes ist diese Stunde die Todesstunde Jesu am Kreuz. So versteht zumindest der Evangelist das:

Die Kreuzigung vor Augen, erst dann, wird die Welt erkennen, dass Jesus Gottes Sohn ist, der das Heil und die Rettung und die helle Zukunft bringt.

Also warten. Wenn man alles getan hat, was man konnte, auf das Wunder warten! Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist! Ohne Wunder ist die Welt verschlossen, langweilig, logisch, tot traurig. Ohne Wunder wird unsere Zeit nie zu einer Hochzeit, nie zu einer Hoch-zeit, worauf wir doch alle irgendwie hoffen.

Nun, angesichts des Mangels, fühlt sich Jesu Mutter mit verantwortlich. 5 Da wandte sich seine Mutter an die Diener und sagte: »Tut alles, was er euch befiehlt!« 6 Im Haus standen sechs Wasserkrüge aus Stein…

Sie macht ihren Sohn auf die Not, auf den Mangel aufmerksam. Sie traut ihm zu, dass er helfen kann, dass er das Wunder vollbringen kann. Und Jesus übernimmt die Rolle des Gastgebers, des Bräutigams, er ergreift die Initiative und befiehlt den Dienern:

»Füllt diese Krüge mit Wasser!« Sie füllten sie bis an den Rand.

Und uns wird deutlich: Wir dürfen etwas Kostbares für unser Leben erwarten, aber wir müssen uns auch darauf vorbereiten. Noch mehr: Wir müssen unser Teil dazu beitragen! Wir müssen handeln. Wir müssen die Gefäße mit Wasser füllen, damit Jesus sie verwandeln kann!

Was er euch sagt, das tut! Schöpfen, schöpfen!

Krüge füllen mit dem, was wir haben. Alles rein tun: Unsere Tränen, unsere sauren Tage, manches Bittere, den Essig von gestern, alles tun,  was wir tun können. Und dann - warten und hoffen auf das Wunder. "Dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten." (Hilde Domin).

(Offenbar denkt der Evangelist hier auch an die christliche Taufe …)

Und dann kommt – das Wunder. Und er - der Mann, der für das Festessen verantwortlich war, kostete das Wasser, das zu Wein geworden war.

Das Wunder selbst beschreibt Johannes gar nicht. Wie die Verwandlung geschieht, scheint nicht wichtig zu sein!

Nur mit einem kleinen Satz sagt er lapidar: Er …kostete das Wasser, das zu Wein geworden war.

 Dafür wird die Wirkung vor allen, vor der ganzen Hochzeitsgesellschaft, um so größer herausgestellt: Der verwandelte neue Wein ist viel besser als der, den es bis jetzt bei der Hochzeit gab. Der Bräutigam bekommt den Vorwurf zu hören, ihn absichtlich zurückgehalten zu haben. Logisch ist das nicht: Wozu hätte es gut sein sollen, die Gäste zum Schluss noch mit gutem Wein zu versorgen?

Hier überschreitet das Geschehen die dörfliche Hochzeit. Und uns wird wieder deutlich gemacht, dass das hochzeitliche Geschehen auf die großen Zusammenhänge hinausläuft: Dieses Hochzeitsfest, dieses Hoch-Zeit-Fest – und das ist halt die Botschaft des Evangelisten – ist der Anfang, der Vorschein eines späteren viel größeren Festes, das alle, die IHM glauben, mitfeiern werden.

Schon im Judentum war die Hochzeit das Bild, das Zeichen für das anbrechende Gottesreich!!

Und so beginnt für den Evangelisten Johannes mit dieser Hochzeit zu Kana, mit Jesus – sozusagen schon jetzt das Hochzeitsmahl im Reiche Gottes, das Himmelreich, basilea theou, das Reich der Himmel.  Johannes verweist, zeichenhaft, auf die kommende neue Welt, in der der Tod überwunden sein wird, in der Gott alle Tränen abwischen wird, in der die Freude grenzenlos sein wird,

Dort, wo Jesus Menschen verwandelt , uns verwandelt zu immer besserem „Wein“ – beginnt die große Hochzeit der Welt, auf die wir alle hoffen.

„So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn." Vers 11.

Das ist das erste Zeichen. Sieben werden es im Johannesevangelium insgesamt sein: Es beginnt mit der Verwandlung von Wasser zu Wein, und es wird enden mit dem siebenten und größten Wunder, der Auferweckung des Lazarus, also der Überwindung des Todes.

Das himmlische Hochzeitsfest beginnt dort, wo der Bräutigam Jesus seine Braut, seine Gemeinde, zur Feier des Lebens einlädt. Und der Wein fließt reichlich, dort in Kana, der Wein als Zeichen der Freude, der Lebensfülle, der Wein als Zeichen für das neues Leben.

Immer, wenn wir in der christlichen Gemeinde eine Taufe – und dann auch das Abendmahl miteinander teilen, nehmen wir schon teil am Hochzeitsmahl der Zukunft, am himmlischen Hochzeitsmahl.

„Christi Blut, für dich vergossen. Das mache dir Mut im Glauben zu leben, hin zum ewigen Leben.“

Und in diesem Sinne ist es dann doch eine geheimnisvolle wunderbare, bezaubernde Geschichte, die der Evangelist Johannes uns da erzählt.

Das gibt es wirklich, dass da Wasser zu Wein wird, dass Jesus unser verwässertes, fades, schales Leben zu einem kostbaren Wein verändert, dass unsere Existenz, unser Dasein zu einem Fest wird,  jetzt schon, als Zeichen der neuen Welt, die Gott schaffen wird.

"Dem Wunder leise die Hand hinhalten wie einem Vogel". Dann wird sich das Wunder auf unsere Hand setzen.

 

 

Gebet

Gott, Schöpfer allen Lebens,

du hast uns das Leben gegeben, und in deine Hände geben wir es am Ende zurück.  Du bleibst unser Leben, auch im Tod. Wenn wir das neue Ufer, auf das wir zugehen,  auch nur ahnen, so wissen wir doch: Bei dir sind wir geborgen. Du umgibst uns von allen Seiten.  Du kennst uns. Wir brauchen keine Angst zu haben. Mitten im Leben nicht und auch nicht im Tod.

Barmherziger und gütiger Gott, wir wollen dir danken, dass du uns immer wieder in dein Reich einlädst, da Freude und Friede in Fülle sein werden, und uns in dem Glauben bestärkst, der uns und unsere Welt von Grund auf verändern und erneuern kann.

Lass es geschehen, dass dein Wort unsere Gedanken, unsere Worte und Taten verändert, damit wir da sind, wo wir gebraucht werden, damit wir trösten, helfen und heilen.

Lass es geschehen, dass dein Wort unter uns eine gute Gemeinschaft hervorbringt, damit wir das Gute im anderen sehen, mehr aufeinander hören und mehr zusammenarbeiten, Grenzen und Mauern überwinden.

Lass es geschehen, dass dein Wort in unserer Kirche gehört wird, damit sie Ort der Zuflucht bleibt – und wird, des Zusammenhalts und der Geborgenheit, für alle Menschen, auch die, die fremd bei uns sind.

Lass es geschehen, dass dein Wort in unserer Welt gehört wird, damit Friede wird und die Güter der Welt gerecht verteilt werden, damit die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft menschliches Leben und deine Schöpfung hoch und heilig halten, wie nichts sonst auf dieser Welt.

Lass es geschehen, dass dein Wort unter uns lebendig bleibt, damit wir auf dem Weg des Lebens weiterkommen.Du bist für uns wie köstlicher Wein. Deine Liebe gilt allen Menschen. Du bist unsere Hoffnung und Zuversicht.

Amen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich stelle mir ein Hochzeitspaar vor. Sie freuen sich auf ihre Hochzeit. Sie sind arm. Aber trotzdem sollen viele Freunde mit ihnen feiern. Darum haben sie sich von jedem Gast als Hoch¬zeitsgeschenk eine Flasche Wein gewünscht. Die soll jeder an) Eingang in ein grosses Weinfass schütten. So soll jeder zu ihrem frohen Fest beitragen.

Als alle versammelt sind, schöpfen die Kellner aus dem Fass.

Doch als die Gäste auf das Wohl des jungen Brautpaares anstossen und trin 

ken, werden ihre Gesichter immer län¬ger. Denn jeder hat nur Wasser in sei¬nem Glas. Jetzt bereut jeder seine Überlegung: "Ach, die eine Flasche Wasser, die ich in das Weinfass hinein giesse   das wird wohl niemand mer¬ken. Und so war das grosse, schöne Fest verdorben. Jetzt überleg' mal. Verhalten wir uns nicht alle oft so wie diese Hochzeitsgäste?

Jeder will haben, möglichst viel natürlich. Aber keiner will etwas geben. Wen wundert es da, wenn bei

 

"Was können wir dagegen tun?", frage ich einen Freund. "Was wir brau¬chen", sagt er, "ist eine Art Katalysator für das Herz".

Das ist ein verwegener Gedanke, aber vielleicht doch gar nicht so abwegig.

Die Abgase unserer Autos halten wir für so giftig, dass wir Katalysatoren in die Autos einbauen, um das Gift her¬auszufiltern.

 

Aber auch aus unseren Herzen kom¬men giftige Gedanken. Denk nur an die Geschichte von der Hochzeitsfeier, an den Egoismus der Gäste. Oder an die zunehmende Gewalt in unserer Gesell¬schaft. Fast alle grossen Probleme, mit denen wir uns heute herum schlagen, hängen mit der falschen Grundeinstel¬lung zusammen: Alles haben, aber nichts abgeben oder teilen wollen.

Vielleicht hat Jesus so einen Kataly¬sator für das Herz, darum fasziniert er bis heute die Menschen. Wenn ich die Bibel lese, wie Menschen durch die Begegnung mit Jesus wieder lachen und aufatmen konnten, wie er ihnen ihre Sorgen und Ängste genommen hat und das Leben noch einmal neu für sie beginnen konnte, ja, dann möchte ich das mit meinen Möglichkeiten auch versuchen.

Ich finde, es lohnt sich.

 

Sie Lieben, es ist Hochzeit. Monatelang haben Braut und Bräutigam dieses Fest vorbereitet. Nun ist er da, ihr großer Tag. Und alle geladenen Gäste sind gekommen. Das Fest ist bereits im vollen Gange. Gehen wir einfach mal in den Festsaal hinein und spielen Mäuschen! Hören Sie die Musik? Es ist Tanzmusik! Schön geschmückt ist der Saal, mit Blumen und farbenfrohen Stoffen. Riechen Sie die Parfüme der Gäste, den Duft der Speisen? Die Tische biegen sich von all den guten Dingen. Teurer Wein wird  auch ausgeschenkt. Schließlich ist eine Hochzeit ein Fest der Liebe und des Lebens, da soll es an nichts mangeln. Sehr fröhlich und unbeschwert geht es zu in diesem Saal. Es wird getanzt und viel gelacht. Jesus ist mittendrin, er tanzt und feiert mit. Denn feiern kann er, das ist gewiss. Alle Evangelien erzählen davon, dass er sich gerne und regelmäßig zum Essen einladen lässt. Ganz bewusst setzt er sich von den Asketen seiner Zeit ab, sogar von dem Asketen Johannes, der ihn doch getauft hat.

Doch dann droht Ungemach. Niemand merkt es, bis auf Maria, die Mutter von Jesus. Alle anderen, auch Braut und Bräutigam, feiern ausgelassen. Aber Maria bemerkt in ihrer Ecke des Festsaals plötzlich: „Der Wein geht aus!" und es  packt sie die Sorge. Ein Skandal droht. Jüdische Hochzeiten dauern damals wie heute mehrere Tage und sie sind ohne Wein nicht vorstellbar. Wir können uns aber auch heute alle vorstellen, wie groß ihre Sorge, wie angespannt sie ist. Denn auch wir wollen bei einem Fest, dass es unseren Gästen gut geht. Auch wir fragen uns vorher: Wird es reichen, ist genug für alle da? Gerade gestern haben die unter uns, die unseren Neujahrsempfang vorbereitet haben, sich das gefragt. Auch wenn es heute Sekt gibt und keinen Wein- die Sorgen sind dieselben. Auf einem Fest darf eben kein Mangel herrschen. Dann ist es kein Fest.

Maria fühlt sich verantwortlich für das Gelingen des Festes und für das Brautpaar, das am Ende nicht blamiert dastehen soll. Sie geht zu ihrem Sohn und sagt. „Sie haben keinen Wein mehr!" Dahinter steht natürlich eine Aufforderung: „Tu etwas dagegen!" Dahinter steht auch die Erwartung, dass dies für Jesus möglich ist.

Wir, die wir heute ja Mäuschen bei diesem Fest spielen, sind gespannt auf Jesu Reaktion. Und die ist dann doch überraschend in ihrer Schroffheit." Was willst du von mir?" sagt er. „Meine Stunde ist noch nicht gekommen!" Im Johannesevangelium ist die Stunde Jesu seine Todesstunde. Und die ist bei Johannes zugleich die Stunde, wo alle Welt erkennt, das Gottes Herrlichkeit hier auf Erden in Jesus Christus erschienen ist. Diese Stunde der Offenbarung der Herrlichkeit Gottes ist aber heute, bei diesem Fest noch nicht gekommen.

Trotzdem lässt Jesus sich anrühren. Von Marias Sorge, von ihrer Bitte, von der drohenden Missstimmung, in die das Fest bald umzukippen droht. Jesus handelt. Zwar anders und nicht so offensichtlich, wie Maria sich das wohl vorgestellt hat, aber doch so, dass ihr Vertrauen nicht enttäuscht wird.

Jesus handelt im Geheimen, niemand soll so richtig sehen, was geschieht. Er will kein Aufsehen erregen, denn es soll nicht gleich für alle Welt offenbar werden, wer er ist. Daher zaubert er nicht spektakulär Weinflaschen hervor oder ändert deren Stückzahl.

Ohne dass die Gäste und das Brautpaar es merken, verwandelt Jesus Wasser in Wein. Nicht irgendeinen Wein, sondern den Allerbesten. Der Speisemeister ist verwundert, dass es plötzlich so guten Wein gibt. Und den in Fülle! Sechshundert Liter Wasser hat Jesus in Wein verwandelt!

So geht das Fest weiter, ohne das die Gäste und das Brautpaar merken, dass Jesus gerade das Fest gerettet hat. Heiter und ausgelassen sind die Gäste und am unbeschwertesten unter allen ist das Brautpaar, das sich so auf diesen Tag gefreut hat. Und so soll es doch auch sein, wenn Jesus gegenwärtig ist. Dann soll Unbeschwertheit und Freude vorherrschen. Deswegen sorgt er dafür, dass dieses Fest genau so, wie es begann, weiter gefeiert und genossen werden kann, ohne jeden Schatten, ohne jede Missstimmung.

Das ist doch das größte Hochzeitsgeschenk, das er dem Brautpaar macht: Dass sie nichts mitbekommen, gar nicht erst in eine peinliche Situation geraten, heiter und unbeschwert feiern können.

Sie Lieben, wo und wie erleben wir, dass der Himmel offen und Gott gegenwärtig ist in unserem Leben? Wie ist denn die Herrlichkeit Gottes heute sichtbar und spürbar? So haben wir es uns am Beginn meiner Predigt gefragt. Und eine Antwort haben wir auf dem Hochzeitsfest gefunden, auf dem wir heute zu Gast sein durften.

Gott ist gegenwärtig, wo echte Freude herrscht. Wo wir das Miteinander mit Freunden oder der Familie genießen, wie zum  Beispiel an einem geselligen Abend oder bei einem Fest. Gott ist gegenwärtig, wo wir herzlich miteinander lachen können, so wie am zweiten Weihnachtstag hier in der Kirche. Gott ist gegenwärtig, wo wir unbeschwert sind, ohne dass Sorgen uns belasten. Gott ist gegenwärtig, wo wir uns am Glück des anderen freuen können, ohne Neid, allein besorgt um sein Wohl. Gott ist gegenwärtig, wo im Leben das aufscheint, was unser Herz höher schlagen lässt, Liebe, Freude, Leichtigkeit.

Natürlich gibt es auch andere Formen der Gegenwart Gottes in unserem Leben. Die Erfahrung von Trost und Heilung gehören dazu. Und so erzählt Johannes in seinem Evangelium dann auch von den Zeichen und Wundern, die Jesus an den Leidgeprüften tut. Aber am Anfang seines öffentlichen Wirkens steht ein Hochzeitsfest und die Verwandlung von Wasser und Wein. Das lässt uns erkennen, dass unser christlicher Glaube viel mit Freude und Liebe und dem unbeschwerten Genuss des Lebens zu tun hat.  Wo Liebe und Freude und heitere Unbeschwertheit herrschen, da hat sich der Himmel für uns ein Stück weit geöffnet und wir spüren die Gegenwart Gottes in unserem Leben.

Und wir brauchen ja solche Erfahrungen der Erscheinung von Gottes Herrlichkeit in unserem Leben. Sonst entsteht der Glaube gar nicht erst und sonst verlieren wir ihn auch wieder.  Es ist wie mit der Liebe. Sie braucht nicht jeden Tag die Hochzeitsglocken, sie verträgt viel Alltag und kann auch Durststrecken ertragen, in denen der Partner uns fern und fremd ist und wo wir an seiner Liebe zweifeln. Aber ab und an braucht es die Erfahrung von unbeschwerter Heiterkeit, von geteilter Freude und gemeinsamen Lebensgenuss, damit Liebe entstehen und wachsen kann.

„Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen in Kanaa in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn." - so heißt es bei Johannes. Und das ist das zweite Wunder, die zweite Verwandlung. Die Erfahrung von Lebensfülle lässt den Jüngern die Augen aufgehen und sie erkennen, wer da mitten unter ihnen ist, wem sie da seit kurzer Zeit folgen. Glaube, Liebe und Hoffnung werden in ihr Herz gegossen und lassen ihr Herz überfließen vor Freude und Dankbarkeit.

Sie Lieben, darum lasst uns Gott heute bitten: Dass er uns immer wieder die Erfahrung von Lebensfülle, von Liebe und Freude schenkt. Gott erscheine uns mit seiner Herrlichkeit und er öffne uns die Augen, damit wir ihn unter uns erkennen. Damit wir im Glauben leben können.

 

 

Jh 2   Hochzeit Kana   Kirchenzeitung

ch stelle mir ein Hochzeitspaar vor. Sie freuen sich auf ihre Hochzeit. Sie sind arm. Aber trotzdem sollen viele Freunde mit ihnen feiern. Darum haben sie sich von jedem Gast als Hoch¬zeitsgeschenk eine Flasche Wein gewünscht. Die soll jeder an) Eingang in ein grosses Weinfass schütten. So soll jeder zu ihrem frohen Fest beitragen.

Als alle versammelt sind, schöpfen die Kellner aus dem Fass.

Doch als die Gäste auf das Wohl des jungen Brautpaares anstossen und trin 

ken, werden ihre Gesichter immer län¬ger. Denn jeder hat nur Wasser in sei¬nem Glas. Jetzt bereut jeder seine Überlegung: "Ach, die eine Flasche Wasser, die ich in das Weinfass hinein giesse   das wird wohl niemand mer¬ken. Und so war das grosse, schöne Fest verdorben. Jetzt überleg' mal. Verhalten wir uns nicht alle oft so wie diese Hochzeitsgäste?

Jeder will haben, möglichst viel natürlich. Aber keiner will etwas geben. Wen wundert es da, wenn bei

 

 

Warst du schon mal wie ein Tiger? Gross, stark und schlau?

Ich bin manchmal wie ein Tiger. Das gibt mir Kraft und ich fühle mich stark. Das ist sehr gut.

Doch dann gibt es Momente, da versuche ich besser und stärker zu sein als andere. Ich will sie übertref¬fen. Aber Vorsicht: Wenn ich zu toll sein will, geht das auch schon mal gehörig schief.

So ging es auch dem Tiger, denn der behauptete von sich: "Keiner ist so gross, so, stark und so klug wie ich. Das grösste Tier soll kommen und sich mit mir messen!" Die Giraffe kommt und der Tiger fragt: "Wer ist grösser, du oder ich?" Die Giraffe sagt: "lch41. Da frisst sie der Tiger. ,

"Das stärkste Tier soll kommen!" Der Elefant kommt und der Tiger fragt ihn: "Wer ist stärker, du oder

ich?" Der Elefant antwortet: "Ich". Der Tiger stürzt sich auf ihn und frisst ihn. "Nun soll auch noch das klügste Tier kommen." Der Fuchs kommt, aber er hat sich sehr viel Zeit gelassen. "Warum kommst du so spät?" fragt der Tiger. "Arn Brunnen sitzt ein riesengrosser Tiger, der hat mich aufgehalten", antwortet der Fuchs. "Du willst mich reinlegen", erwidert der Tiger, stürzt sich auf den Fuchs und frisst auch ihn.

Dann geht er zum Brunnen, beugt sich über den Brunnenrand und sieht im Wasser sein Spiegelbild. ja, wirklich, der ist genau so gross und stark und klug wie ich", ruft er. Er stürzt sich auf ihn, um ihn zu fressen   und ertrinkt. Manchmal bin ich wie der Tiger. Du auch?

Oder hast du schon einmal jeman¬den hereingelegt wie der Fuchs?

einer solchen Einstellung Gottes Schöpfung kaputt geht. Immer mehr Menschen fühlen sich einsam und sehen keinen Sinn in ihrem Leben.

"Was können wir dagegen tun?", frage ich einen Freund. "Was wir brau¬chen", sagt er, "ist eine Art Katalysator für das Herz".

Das ist ein verwegener Gedanke, aber vielleicht doch gar nicht so abwegig.

Die Abgase unserer Autos halten wir für so giftig, dass wir Katalysatoren in die Autos einbauen, um das Gift her¬auszufiltern.

Aber auch aus unseren Herzen kom¬men giftige Gedanken. Denk nur an die Geschichte von der Hochzeitsfeier, an den Egoismus der Gäste. Oder an die zunehmende Gewalt in unserer Gesell¬schaft. Fast alle grossen Probleme, mit denen wir uns heute herum schlagen, hängen mit der falschen Grundeinstel¬lung zusammen: Alles haben, aber nichts abgeben oder teilen wollen.

Vielleicht hat Jesus so einen Kataly¬sator für das Herz, darum fasziniert er bis heute die Menschen. Wenn ich die Bibel lese, wie Menschen durch die Begegnung mit Jesus wieder lachen und aufatmen konnten, wie er ihnen ihre Sorgen und Ängste genommen hat und das Leben noch einmal neu für sie beginnen konnte, ja, dann möchte ich das mit meinen Möglichkeiten auch versuchen.

Ich finde, es lohnt sich. Findest Du das nicht auch? Mach doch einfach mit! a REINHARD SORGE, Hülseburg

 

1 i

ein orientalisches märchen aus 1001 nacht

zauberhaft aber keine zaubergeschichte wir alle spielen mit

immer geht schon mal der wein aus bei wem nicht immer schon mal 'ne pleite bei wem nicht und man tut was man kann man schöpft und schöpft und schöpft aus wer weiß welchem brunnen manchmal bis zur erschöpfung alles wird von uns erwartet aber das letzte das wunder der springende punkt daß dann doch noch alles gut geht

und besser als man dachte das ist nicht unsere sache seine stunde ist nicht unsre stunde

warten also wenn man alles getan hat was man konnte auf das wunder warten wer nicht an wunder glaubt ist kein realist ohne wunder ist die welt verschlossen langweilig logisch tot traurig

ohne wunder wird unsere zeit 11.5

nie zu einer hoch zeit hochzeit worauf wir alle hoffen

solch ein verwandlungskünstler wie er hier in dieser geschichte als frohe botschaft von einer kommenden welt vorgestellt wird müßte man sein der sich und andere verwandeln kann zu immer besserem wein für die große hochzeit der welt auf die wir alle hoffen vorläufig gilt > was er euch sagt das tut schöpfen schöpfen krüge füllen mit dem was man hat unsere tränen unsere sauren tage unser bitteres den essig von gestern alles tun was man kann

und warten und hoffen Azaria N

auf das wunder

 

"dem wunder leise die hand hinhalten

wie einem vogel"

das wunder wird sich

auf unsere hand setzen

vieles tun

und noch mehr lassen lassen

dann tut das gute

das wunder

vielleicht den sprung

über unsere erschöpfung hinweg

weit vor uns

 

Wilhelm Willms

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