FOTOGRAFIE LANDSCHAFT I

Kap Arkona  /  Rügen

Kap Arkona liegt 45 Meter über der Ostsee auf der der Halbinsel Wittow im Nordosten der Insel Rügen.

Am Kap befinden sich zwei Leuchttürme. Im Auftrag der preußischen Regierung wurde 1826/27 der von Karl Friedrich Schinkel geplante eckigen Leuchtturm errichtet. Das daneben stehende Leuchtfeuer löste 1902 den Schinkelturm ab.

Zudem befindet sich ein ehemaliger Marine-Peilturm, zwei einstige  Militärbunker, und  eine Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes am Kap.

Besonders wichtig: Kap Arkona ist ein Flächendenkmal. Von dem  Burgwall der Ranen, der Jaromarsburg aus dem 12.Jahrhundert, ist nur noch ein Teilstück erhalten. Den größten Teil hat das Meer verschlungen. 

Altenkirchen/ Rügen

Nordküste / Insel Rügen

In ewiger Bewegung, das Meer. Mit silbernen Streifen hat sich die Wasserfläche geschmückt. 

Wellen kommen von ferne, überschlagen sich, zerbrechen, werden zu Gischt und leuchten hell auf. Dann laufen sie auf das Ufer zu, überziehen den dunklen Strand, laufen weit aus. Große, schillernde Blasen bleiben zurück — und zerplatzen sogleich.

Auf dem nassen, spiegelglatten Sand glänzt das Licht.

Gern verweile ich auf dem schmalen Grat zwischen Land und Meer, bin barfuß, spüre den nassen Sand zwischen den Zehen, sehe meinen Fußabdruck im Sand. Aber nur einen Augenblick später hat die nächste Welle ihn schon weggewischt. 

So stehe ich da, schweigend, umgeben vom Rauschen und der Unendlichkeit.

Insel Hiddensee

Hiddensee. Im Juli. Es ist früh am Morgen, 4.10 Uhr. Ich schiebe mein Fahrrad den "Dornbusch" hinauf bis zum Schild "Radfahren verboten. Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft."  An der Holzabsperrung lasse ich das Rad stehen, gehe zu Fuß weiter, am Leuchtturm vorbei - zu der dahinter liegenden Anhöhe. Noch bin ich ganz allein. Kein Mensch ist zu sehen.                                                  

Zu beiden Seiten des eingezäunten Weges steht das Gras hoch.  Ich sehe viele Kräuter, es duftet enorm. Ein leises Summen liegt über allem. Ob das unzählige Insekten sind? Grillen zirpen. Ein Kuckuck ganz nahe. In der Ferne die Kühe...     

Ich stelle mich auf eine Bank, lasse den Blick schweifen, schaue von den Swantibergen im Norden der Insel  über die Landzungen Alter und Neuer Bessin, den kleinen versteckten Ort Grieben - bis hinüber zum großen Leuchtturm, versuche, das Panorama, diese unwahrscheinliche Weite zu erfassen. Was für eine Atmosphäre!  Hiddensee, dat söte Lännecken, Traumland, das Paradies, noch. Eine Perle aus Gottes großer Hand. 

Dann geht die Sonne auf, links der Swantiberge. Als rote  Kugel überblendet sie den Horizont, den Bessin, den Jasmunder Bodden. Die Büsche an den Hängen werfen lange Schatten. Noch eine Weile stehe ich so da - und wische mir eine Träne der Ergriffenheit aus den Augen. Dann mache ich mich auf den Weg zurück. 

Nationalpark Jasmund / Insel Rügen

Im Jahre 1819 durchstreift Carl Gustav Carus Rügen und ist von der »Urnatur des Nordens« ergriffen. Überwältigt von der Kreideküste auf Jasmund vergleicht er diese mit einer Beethovenschen Sinfonie und beschreibt sein Erleben so:

»In tiefer Dunkelheit ging ich noch heraus, um bei dem fast phosphorähnlichen Leuchten der Kreidewände, dem Brausen der See in der Tiefe zu horchen, sowie früh ich der erste war, der die Morgensonne auf diesen weißen Klippen und dann unten am Strande begrüßte. Ich wollte Studien zeichnen, aber kaum hatte ich ein paar Striche gemacht, als ich die Mappe weit wegschleuderte in der Überzeugung, hier sei jeder Strich nur eine Lästerung dieses ganz überschwänglichen Phänomens, und dann nur in höchster Bewegung dem wunderbaren Kampfe des Elements zustarrte.«

 Wir befinden uns im Naturpark Jasmund. Zerklüftete, steil aus dem Meer ragende Kreidefelsen. Regen und Schneewasser haben die Kreide ausgehöhlt, tiefe Furchen eingewaschen und so bizarre Formen entstehen lassen. Tiefe Schluchten reichen fast bis zum Strand hinunter.

 

Jede Jahreszeit hat ihren Reiz, der Spätherbst ganz besonders. Bäume, Sträucher, Wurzeln krallen sich an den Hang.  Wie Finger strecken Bäume ihre kahlen Äste zum Himmel.

Sassnitz / Insel Rügen

 “Denn nach Rügen reisen heißt nach Sassnitz reisen“, sagt Effi Briest in dem gleichnamigen Roman von Theodor Fontane.

 Sassnitz, auch Capri des Nordens genannt, ist  schön. Als Rügens Hafenstadt bietet Sassnitz zum einen das Tor zum Nationalpark Jasmund. 

Bis 1989 bestimmten der Fischfang, die Fischverarbeitung, der Kreideabbau und der Fährverkehr die Wirtschaft in Sassnitz. Die Fährverbindung Sassnitz - Trelleborg, die "Königslinie", hat eine über hundertjährige Tradition. Heute aber dominiert der Tourismus.

Von der 1444 m langen Mole aus, der zweitlängsten Europas, bieten Fahrgastschiffe Ausflugsfahrten an.

Gern laufe ich die Strandpromenade entlang, diese endet in der historischen Altstadt mit ihren verträumten Gassen, malerischen Winkeln und Villen in Bäderarchitektur. 

Ostseebäder / Insel Rügen

Im Spätsommer. Binz, Ostseebad. Hochburg des Tourismus. Das Kurhaus an der Promenade. Hotels. Das Loew-Hotel. Bäderarchitektur, die erst in der Dunkelheit, so finde ich, richtig zur Geltung kommt. Am Tag blitzen vorn am Wasser Strandkörbe in der Sonne. Lange Wogen schäumen, glänzen im Licht.Viele Gäste bevölkern den Strand. Urlaubsatmosphäre. 

Etwa um das Jahr 1830 war's, als die ersten Gäste kamen. Binz, Sellin, Baabe waren noch winzige Fischerdörfer. Da wurden an dem herrlichen Sandstrand und dem offenen Meer erste Badehütten aufgestellt. Es folgten Damen-, Herren-, Familienbäder. 1901 waren immerhin schon 44000 Badegäste auf Rügen. Heute sorgen auf Deutschlands größter Insel reichlich 1,3 Millionen Gäste für mehr als 6 Millionen Übernachtungen.

Binz

Putbus / Insel Rügen

Halbinsel Mönchgut / Insel Rügen

Am späten Abend wandere ich am Hochufer entlang, über den schwarz braunen, hart gefrorenen Boden. Das Eis unterhalb der Wasserfläche glänzt bläulich weiß.

Und dann das! Eisaufschub, aber wie! Was für ein Naturschauspiel! Eine Möwe schreit, ein Eisvogel. Sonst Stille.

Ein zarter Schleier steigt vom Meer her auf.

Die Farben wechseln: Gelb, rot, violett, ein zauberhaftes Spiel.   Schnell wird es dunkel. Eine Boje schaltet ein und aus. In der Ferne die Lichter von Klein Zicker. Dahinter, blinkend, der Leuchtturm der Greifswalder Oie.

 "Ich danke dir, Schöpfer und Herr, dass du mir diese Freude an deiner Schöpfung, das Entzücken über die Werke deiner Hände geschenkt hast. Ich habe die Herrlichkeit deiner Werke den Menschen kundgetan, so weit mein endlicher Geist deine Unendlichkeit zu fassen vermochte."

 

 Johannes Keppler, Astronom

Es sind Smaragde, die uns zeigen, was schön ist.   Rose Schlampenreich

Stralsund u.a.

Die als UNESCO-Welterbe anerkannte Hansestadt Stralsund ist mit ihrer wechselvollen Geschichte, der einmaligen Lage am Wasser und den imposanten Bauten der Backsteingotik ein Anziehungspunkt in Mecklenburg-Vorpommern.