Fotografie Ideal Figur

Seit Jahrhunderten beschäftigen sich die unterschiedlichsten Künstler, Maler, Bildhauer, Fotografen mit der Frage, wie man den menschlichen Körper darstellen, zeigen, malen und fotografieren kann. Dazu wird der Körper bis heute in seiner äußeren Erscheinung studiert: Was  geschieht mit Knochen, Muskeln, Gelenken und Bändern? Wie verändern sich der Rumpf, die Glieder bei einer bestimmten Haltung, mit  einer Bewegung, einer Drehung?  

Dabei bildete sich eine Vielzahl an künstlerischen Stilrichtungen heraus. In bestimmten Epochen dominierte in der Malerei, in der Bildhauerei und in der Fotografie das männliche Ideal, zu anderen Zeiten das Ideal der Frau. Dem entsprechend ging es um die körperliche Kraft des männlichen Modells, dann wieder um die Zartheit, die grazile Schönheit des weiblichen Modells. Damit werden das Gesicht, der Körper, die Gliedmaße bis heute entweder realistisch oder eher abstrakt, sehr oft auch idealisiert dargestellt. Dazu rundete man die Körper, überdehnte sie, beschönigte und verfremdete sie.   

Das  Aktzeichnen z.B. ist ein figürliches Naturstudium, um die Proportionen und die Anatomie der menschlichen Gestalt kennenzulernen und künstlerisch umzusetzen. Dabei werden die Teile des Körpers in ihrem Aufbau, ihrer Funktion und ihrer räumlichen Ausdehnung betrachtet und der körperlichen Gesamtgebärde untergeordnet. Da jeder Mensch anders ist, gibt es keine starren Größenverhältnisse, doch ist die Kenntnis einer idealen Proportionslehre sehr dienlich. Hüftregion und Brustkorb sind konstante Formen und können sich in ihrer Lage zueinander durch Beugung und Bewegung stark verändern.

Die Skelettformen sind dabei wichtiger als die Muskulatur.

Entscheidend für das Gelingen einer Aktzeichnung ist das proportional korrekte Abbilden von Händen und Füßen. In der Regel reicht die Hand vom Kinn etwa bis zum Haaransatz. Der Fuß ist ungefähr so lang wie der Unterarm ohne die Hand. 

Überaus entzückend ist in der antiken Skulptur die Stellung der drei nackten Grazien. Ich werde Ihnen das mal vormachen.

Johann Georg August Galletti  (1750 - 1828), deutscher Historiker, Geograph und Gymnasialprofessor 

Der Maler malt eigentlich mit dem Auge: Seine Kunst ist die Kunst, regelmäßig und schön zu sehen.  Novalis

Wenn wir schön sind, sind wir ungeputzt am schönsten. Jeder Mensch trägt einen Zauber im Gesicht; irgendeinem gefällt er.

Christian Friedrich Hebbel

Dem Klugen wird auch ein Gesicht zur Sprache.     Publilius Syrus 

Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unseren Kleidern.    Heinrich Heine 

Die Kunst, sich gut zu kleiden, ist schwer. Die Kunst, nackt zu sein, schwerer.   Carl Hagemann  (1867 - 1940), deutscher Kunstsammler und Mäzen

Zeichnen ist die Kunst, Striche spazieren zuführen.       Paul Klee